Der Test geriet zwar zur kleinen Blamage für Kim, da die Rakete "fast sofort nach dem Start" explodierte, wie das US-Militär berichtete. Gleichwohl zeigte die Führung in Pjöngjang damit, dass sie trotz des stärker werdenden Drucks aus Washington im Streit um ihr Raketen- und Atomprogramm nicht einlenken wird.

US-Vizepräsident Mike Pence, der nur kurz nach dem Test in Südkorea eintraf, sprach von einer neuen "Provokation". Der misslungene Raketenstart schwächte aber die Botschaft der großen Militärparade, mit der sich Nordkorea der Welt als Nation mit gefährlichen Raketen darstellen wollte.

Zwei Stunden marschierten am 105. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung Tausende Soldaten in beeindruckender Synchronität auf, rollten Raketen und Abschussrampen vorbei, während Kim Jong Un die Parade demons trativ gelassen von einem Podium abnahm.

Japan hat im Konflikt um Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm diplomatische Bemühungen angemahnt. Nordkorea stelle seine militärische Kraft zur Schau, doch sei es "wichtig, Frieden durch diplomatische Bemühungen zu bewahren", sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am Montag laut Medien im Parlament in Tokio. Er bestätigte zugleich, dass seine Regierung an Krisenplänen für einen eventuellen Ernstfall auf der koreanischen Halbinsel arbeitet.

Mit der Warnung vor einer "sehr heiklen und gefährlichen Lage" auf der koreanischen Halbinsel hat auch China alle Parteien zur Zurückhaltung aufgefordert. Der Sprecher des Außenministeriums, Lu Kang, sagte in Peking, alle Beteiligten sollten davon absehen, sich gegenseitig zu provozieren und die Situation zu verschlimmern.