Immer mehr alte und kranke Menschen in Deutschland sind auf Hilfe vom Staat angewiesen. Ende 2012 bekamen knapp 900 000 Menschen Grundsicherung im Alter und wegen dauerhafter Erwerbsminderung. Das teilt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Es ist die höchste Zahl seit Einführung der Grundsicherung 2003.

Knapp 465 000 Menschen davon sind 65 Jahre und älter. "Auf die Grundsicherung im Alter sind insbesondere westdeutsche Frauen angewiesen", berichteten die Statistiker. In der Gruppe bekamen 33 von 1000 Frauen Geld, in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin waren es 21 von 1000 Frauen. Männer waren in 25 beziehungsweise 18 von 1000 Fällen betroffen. In einem früheren Bericht wiesen die Datenexperten darauf hin, dass Frauen in der DDR zumeist gearbeitet haben und deswegen nun bessere Renten bekommen.

Spitzenreiter unter den Bundesländern waren die Stadtstaaten Hamburg (62 Empfänger je 1000 Einwohner), Bremen (55) und Berlin (53). Mit jeweils zehn Empfängern je 1000 Einwohnern über 65 Jahre in Sachsen und mit 13 Empfängern je 1000 Einwohnern in Brandenburg stehen beide Länder im Vergleich sehr gut da. Die neuen Daten alarmieren Gewerkschafter. Die IG Metall warnte vor einem "sozialpolitischen Skandal". Der DGB sagte weiter: Weil sich viele Ältere schämten und keine Grundsicherung beantragten, müsse von deutlich mehr armen Rentnern ausgegangen werden.