Wer nach den katastrophalen Umfrageergebnissen – aktuell zwei Prozent – fragt, wird auf den schlechten Bundestrend verwiesen. Denn dort sind die Liberalen in der Atomfrage umgekippt und schaffen es nicht, endlich Steuersenkungen durchzusetzen. Damit erspart sich die sächsische Parteispitze jede Selbstkritik.

Was stattdessen aus der Krise helfen soll, ist noch mehr Abgrenzung. Teile der Basis sehen das mit Sorge. Dort ist man durchaus bereit, mitten in der Euro-Krise erst mal auf Steuersenkungen zu verzichten. Dort nimmt man dem Parteivorsitzenden Holger Zastrow übel, dass er nach Fukushima allzu kalt die Ängste der Menschen vor Atomunfällen abschmetterte. Dort sorgt auch Zastrows Zentralismus für Ärger. Offene Kritik blieb aus beim Parteitag in Oschatz. Zu schlecht ist die Lage, zu groß das Bedürfnis aller, sich zusammenzuraufen.

Auch der Leitantrag zur Bildungspolitik ist ein Abgrenzungsversuch. Obwohl die deutsche Kleinstaaterei im Bildungswesen als Idee von gestern gilt, wehren sich Sachsens Liberale gegen bundeseinheitliche Standards. Ob das die Mitglieder bei der Stange hält, bleibt abzuwarten.