I n Einzelfällen könne es Klagen geben, wie Hauptgeschäftsführer Stephan Articus der in Ulm erscheinenden "Südwest Presse" sagte. "Da werden die Jugendämter versuchen, sich mit den Eltern zu verständigen und andere Angebote zu machen, etwa für ganz kleine Kinder die früher sehr beliebten Krabbelgruppen."

Brandenburg und Sachsen sind auf die Neuregelung allerdings gut vorbereitet. "Jeder, der einen Rechtsanspruch hat, wird ab dem 1. August auch einen Krippenplatz für sein Kind bekommen", sagte der Sprecher des Brandenburger Bildungsministeriums, Stephan Breiding, der RUNDSCHAU. "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Probleme irgendwo so groß seien, dass Eltern nicht versorgt werden könnten." Schon heute würden in Brandenburg 80 Prozent der Zwei- bis Dreijährigen und 60 Prozent der Einjährigen in Kindertagesstätten betreut.

Schlechter sieht es derzeit noch in Sachsen aus: Im vergangenen Jahr wurden im Freistaat rund 48 000 Kinder unter drei Jahren in Kindertagesstätten betreut, was einer Quote von 46,4 Prozent entsprach. "Wir haben aus den Landkreisen die Signale bekommen, dass sie in der Lage sind, den Rechtsanspruch zu vollziehen", so die stellvertretende Sprecherin des Dresdener Kultusministeriums, Susann Meerheim, gegenüber der RUNDSCHAU.

Zum Vergleich: Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden 2012 lediglich 18,1 Prozent der Kinder unter drei Jahren in Krippen betreut.