Sie zeigte sich sicher, dass Nisman sich nicht selbst umbrachte. "Der Selbstmord, der (davon bin ich überzeugt) kein Selbstmord war", schrieb die Staatschefin am gestrigen Donnerstag in einem langen via Twitter zugänglich gemachten Brief. "Ich habe heute keine Beweise, aber ich habe auch keine Zweifel", betonte die Staatschefin.

Nisman ermittelte im Fall des Anschlags auf das jüdische Gemeindezentrum Amia im Jahr 1994 mit 85 Toten. Kurz vor seinem Tod hatte der Beamte Kirchner und Außenminister Héctor Timerman wegen Verschleierung der mutmaßlich iranischen Hintermänner angeklagt.

"Sie brauchten ihn dann tot"

Nisman wurde aus Kirchners Sicht für eine Operation gegen die Regierung missbraucht, ohne es zu wissen. "Sie haben ihn lebend benutzt und brauchten ihn dann tot. So traurig und schrecklich", schrieb sie, ohne aber zunächst konkrete Angaben über etwaige Hintermänner zu machen.

Der Sonderermittler war am Sonntag, einen Tag bevor er seine Anklage im Parlament erläutern wollte, tot in seiner Wohnung in Buenos Aires aufgefunden worden. Er starb durch einen Kopfschuss. Die Umstände sind noch ungeklärt. Nisman hatte Kirchner vorgeworfen, Teil eines "kriminellen Plans" zu sein, um die Strafverfolgung der im Iran vermuteten Attentäter des Anschlags von 1994 zu vereiteln, um so die Wirtschaftsbeziehungen zum Iran zu verbessern. Die Behauptungen Nismans sind aus Sicht Kirchners alle widerlegt und dessen Anklageschrift sei in sich zusammengebrochen. So seien etwa die von Nisman genannten Agenten keine Agenten gewesen. Die Anklage Nismans war am Dienstagabend in voller Länge veröffentlicht worden.