Wegen der Rückkehr der Wölfe fordert Niedersachsen eine bundesweite Meldestelle. Dort sollten künftig Beobachtungen und Bewertungen zu Wolfssichtungen zusammengeführt werden, sagte der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Eine entsprechende Behörde auf Bundesebene müsse eingerichtet werden, erklärte auch Frank Faß, Leiter des Wolfcenters Dörverden und Vorsitzender des Arbeitskreises Wolf, der das niedersächsische Umweltministerium berät.

Wenzel forderte, dass sich die Umweltministerkonferenz mit dem Thema der Wolfskoordination befassen solle. "Der unter Artenschutz stehende Wolf überschreitet auf seinen Wanderungen Länder- und Staatsgrenzen." Eine bundesweite Meldestelle könnte das Monitoring erleichtern. In der Lausitz gibt es seit dem Jahr 2004 das Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" in Rietschen (Kreis Görlitz). Seit dem Jahr 2008 ist der Landkreis Görlitz Träger des Wolfsbüros.

Die Bejagung dürfe bei höheren Beständen langfristig kein Tabu sein, sagte Wolfsexperte Frank Faß. "In Deutschland ist es ohne eine Regulierung der Wolfsbestände nicht realistisch, eine dauerhafte Akzeptanz der Tiere bei allen Bevölkerungsgruppen zu schaffen." Die Tiere hätten auch positive Auswirkungen: "Wölfe regulieren unsere hohen Wildbestände. Sie erbeuten außer Jungtieren vor allem alte, kranke und schwache Stücke."

Mittlerweile leben in Deutschland laut des Lausitzer Kontaktbüros etwa 25 Wolfsrudel, 17 davon in Brandenburg und Sachsen. Dazu kommen mehrere Paare. Auch in den Niederlanden ist der Wolf nach mehr als 100 Jahren wieder aufgetaucht.