Gestern hatte bereits die "Märkische Oderzeitung" über einen entsprechenden Beschluss der Regierungskoalition berichtet.

Am Dienstag bemühten sich Vertreter des Potsdamer Regierungslagers jedoch darum, den Ball flach zu halten. "Im Koalitionsausschuss ist darüber gesprochen worden", sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Ralf Christoffers. Bei Rot-Rot laufe jedoch ein "Abwägungsprozess", der noch nicht zu Ende sei. Es würden derzeit mehrere Handlungsoptionen erörtert. "Eine Beschlusslage liegt aber noch nicht vor", sagte Christoffers. Ähnlich äußerte sich auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Mike Bischoff. "Am Wochenende hat der Koalitionsausschuss getagt und vom Innenminister eine Ersteinschätzung der Stellungnahmen der Landkreise erhalten", sagte Bischoff. Es seien mehr als 600 Hinweise eingegangen. "Wir haben zur Kenntnis genommen, dass das Innenministerium an einer Abwägung arbeitet", so Bischoff. Zu einer Veränderung der Landkarte des Landes Brandenburg sei noch nichts beschlossen worden.

Die Opposition im Landtag ging am Dienstag indes bereits davon aus, dass es entsprechende Beschlüsse der Koalition gegeben habe. "Egal, wie die neue Landkarte aussieht, sie wird Willkür sein", sagte der CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben. Der Landesvorsitzende der Grünen, Clemens Rostock, erklärte, die Einsicht der Landesregierung komme spät, "aber besser spät als nie". Die Bündnisgrünen hätten sich von Anfang an vehement gegen diese aus ihrer Sicht unnötig großen Fusionen ausgesprochen. "In dem bisher geplanten Lausitzkreis wären Kreistagsabgeordnete, Ehrenamtliche und auf Kreisebene organisierte Verbände vor unzumutbare Entfernungen gestellt."