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Niederlausitz-Kreis mit Kreisstadt Cottbus

Großräschen/Cottbus. Der Cottbuser OB Holger Kelch will seinen Vorschlag, Cottbus mit Stadtbezirken Forst, Guben, Spremberg und Drebkau zu vereinen, als Ironie verstanden wissen. Ein Niederlausitz-Kreis ist dagegen von Großräschens Bürgermeister ernst gemeint. ta/sh

Anstatt über Stadtbezirke rund um das kreisfreie Cottbus nachzudenken, sollte sich die Region über einen starken Kreis im Süden Brandenburgs einig werden. Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker hat am Freitag auf die Offerte des Cottbuser Oberbürgermeisters Holger Kelch (CDU) zur Kreisreform in Brandenburg mit den Worten reagiert: "Ich kann mir einen Niederlausitz-Kreis mit der Kreisstadt Cottbus sehr gut vorstellen." Der SPD-Politiker sieht in dem Gebilde aus Cottbus, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz mit mehr als 300 000 Einwohnern und historisch gewachsenen Strukturen "eine Macht" im Konzert der künftig neuen Landkreise.

Zenker hatte seine Erwiderung auf den Kelch-Vorschlag in der Laudatio für das vierte Ilse-Buch des Senftenberger Stadtplaners Wolfgang Joswig am Freitag im IBA-Studierhaus Großräschen vorgetragen. Dabei verwies das Stadtoberhaupt auf die eigene Lausitzer Identität, was in Brandenburg ihresgleichen suche.

Der Cottbuser OB hatte in der RUNDSCHAU ein kreisfreies Cottbus mit den Stadtbezirken Guben, Forst, Spremberg und Drebkau vorgeschlagen. Dieser unabgestimmte Reformvorschlag war von den Spree-Neiße-Rathauschefs mit wenig Begeisterung bis Ablehnung aufgenommen worden. Am Freitag wurde aus dem Cottbuser Rathaus auf die Ironie in den Worten von Kelch verwiesen. Der Landtagsabgeordnete Matthias Loehr (Linke): "Ein Scherz sieht anders aus. Ich kann darüber nicht lachen."