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Niederlage für May bei Wahl in Großbritannien

Die britische Premierministerin und Vorsitzende der Conservative Party, Theresa May, hört am 09.06.2017 in Maidenhead, Großbritannien, zu, wie die Ergebnisse ihres Wahlkreises, Maidenhead, bekannt gegeben werden. Die Briten wählten am 08.06.2017 ein neues Parlament.
Die britische Premierministerin und Vorsitzende der Conservative Party, Theresa May, hört am 09.06.2017 in Maidenhead, Großbritannien, zu, wie die Ergebnisse ihres Wahlkreises, Maidenhead, bekannt gegeben werden. Die Briten wählten am 08.06.2017 ein neues Parlament. FOTO: Alastair Grant (AP)
London. Eine "starke und stabile" Führung in Zeiten von Brexit und Terror hat Theresa May angestrebt. Das ging daneben. bei den extra vorgezogenen Parlamentswahlen haben ihre Konservativen laut Hochrechnungen die Regierungsmehrheit verzockt. dpa/bob

Die konservative Partei von Premierministerin Theresa May hat nach Angaben der BBC die absolute Mehrheit im britischen Unterhaus verloren. Die Tories hatten am Freitagmorgen nach Auszählung fast aller 650 Wahlkreise dem Sender zufolge keine Chance mehr, die entscheidende Marke von 326 Sitzen zu knacken. Damit steht Großbritannien kurz vor Beginn der Brexit-Verhandlungen eine komplizierte Regierungsbildung bevor - entweder gibt es eine Minderheitsregierung, eine Koalition oder gar eine weitere Neuwahl.

May hatte die vorgezogene Wahl mit dem Ziel ausgerufen, die Regierungsmehrheit ihrer Partei im Unterhaus zu vergrößern und sich mehr Rückhalt für die Verhandlungen über den EU-Austritt zu schaffen. Ihr Herausforderer Jeremy Corbyn, dessen Labour-Partei stark zulegen konnte, forderte die Regierungschefin noch in der Nacht zum Rücktritt auf. Sie habe Stimmen, Sitze und Vertrauen verloren, sagte er. Das sei genug, um "zu gehen und Platz zu machen für eine Regierung, die wirklich alle Menschen dieses Landes repräsentiert."

Eine erste Prognose nach Schließung der Wahllokale am Donnerstagabend hatte die Tories bereits als stärkste Kraft, aber ohne Regierungsmehrheit gesehen. Hochrechnungen im Lauf der Nacht korrigierten die Zahl der Sitze zwar etwas nach oben, die Marke von 326 Sitzen knackten die Konservativen aber zuletzt der BBC zufolge nicht. Die Liberaldemokraten, die von 2010 bis 2015 mit dem konservativen Premier David Cameron regiert hatten, schlossen eine Koalition und einen "Deal" aus.

Als May im April die Neuwahl ausgerufen hatte, galt noch ein überragender Sieg mit einem Zugewinn von 100 Sitzen für die Tories als wahrscheinlich. Fehler im Wahlkampf und die Sicherheitsdebatte nach den Terroranschlägen in London und Manchester hatten die Premierministerin aber in Bedrängnis gebracht.