Von Benjamin Lassiwe

Über Brandenburgs schnödem politischen Alltag breitet sich royaler Glanz aus: Am Dienstag und Mittwoch sind Willem-Alexander, König der Niederlande, und seine Gattin Prinzessin Máxima zu Besuch in Brandenburg. Zusammen mit mehreren Wirtschaftsdelegationen kommen sie zu einem Arbeitsbesuch in die Region: Nach Terminen in Mecklenburg-Vorpommern, wo es vor allem um Küstenschutz und Werften geht, kommt man in Nauen mit Ministerpräsident Dietmar Woidke und Agrarminister Jörg Vogelsänger (beide SPD) zusammen.

Auf dem Programm stehen dort aktuelle Probleme des ländlichen Raums: Moderne Landwirtschaft, Fragen der Betriebsnachfolge und des Arbeitsmarktes im ländlichen Raum. Es folgt ein Besuch beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam: Denn Deutschland und die Niederlande sind in vielen internationalen Missionen gemeinsam vertreten, so zum Beispiel auch im internationalen Kampfverband der Nato im litauischen Rukla, den die Monarchen im vergangenen Jahr bei einem Staatsbesuch in Litauen besucht hatten. Am Mittwoch stehen dann ein Besuch in der Potsdamer Staatskanzlei sowie bei den Wissenschaftszentren in Potsdam auf dem Programm: Dem großen Refraktor im Albert-Einstein-Park, wo es Gespräche zu den Themen Klimawandel und Energiewende geben soll, sowie dem Media Tech Hub in Potsdam-Babelsberg, wo es um Medientechnologie, 3-D-Filmaufnahmetechnik und die Kreativindustrie geben soll. Schließlich gibt Woidke noch ein Abschiedsmittagessen für das Königspaar.

Auffallend bei dem Besuch, der sich in einer ganzen Reihe von ähnlichen Besuchen der Monarchen in allen deutschen Bundesländern einfügt: Traditionelle Anlaufpunkte holländischer gekrönter Häupter stehen dieses Mal nicht im offiziellen Programm. Weder Schloss und Stadt Oranienburg werden von dem niederländischen Monarchenpaar besucht, noch das Holländische Viertel in Potsdam. Aber ein modernes Königspaar interessiert sich statt für Geschichte und Touristenkitsch eben zunächst einmal für Zukunftsfragen.