Dem Nebel hat jetzt ein ostdeutsches Unternehmen den Kampf angesagt.
Nie wieder Absagen wegen Nebels - das verspricht die Firma Weather Technologies. "Das System ist in Feldversuchen so weit gereift, dass wir bei der Biathlon-WM in Oberhof den Nebel vertrieben hätten", versicherte Felix Elbing, der Geschäftsführer des seit dem Jahr 2000 in Teltow bei Berlin tätigen Unternehmens.
Bei dem Verfahren werden winzige Trockeneispartikel mit Überschallgeschwindigkeit in den Nebel geblasen. Binnen weniger Minuten binden sie die Feuchtigkeit und aus dem Nebel wird Wasser. "Unsere Erfahrungen besagen, dass in die so geschaffenen Nebellöcher kein neuer Nebel drückt. Bläst der Wind neuen Nebel heran, kann man den abfangen, wenn die Anlage einige hundert Meter vor dem Schießstand aufgebaut wird", erläuterte Elbing. Bereits vor zwei Jahren hat er sich mit der Internationalen Biathlon-Union in Verbindung gesetzt. Allerdings war das Verfahren damals noch nicht so ausgereift wie jetzt. "Wir hätten eine solche Anlage auf einem Lkw mit Anhänger auch als Referenzobjekt zur Biathlon-WM nach Oberhof gebracht und könnten uns das auch bei den zukünftigen Weltcups vorstellen", betonte der Ingenieur. Möglich sei sogar, den Weltcup-Tross in alle Orte zu begleiten, in denen es häufiger Nebel gibt. Die Technologie könnte auch an Skisprungschanzen eingesetzt werden. Die Kosten für einen Einsatz im Biathlon bezifferte Elbing auf rund 200 000 Euro.
Entwickelt wurde das Verfahren vor allen für industrielle Anwendungen und zum Einsatz auf Flughäfen. Der Preis für einen mit Hochtechnologie bestückten kompletter Lastzug für einen Flughafen liegt bei rund 380 000 Euro. Gute Erfahrungen gesammelt hat die Firma auch bei einem Braunkohletagebau. Die Firma Weather Technologies ist eine Ausgründung aus der Technischen Universität Berlin und der Bran- denburgischen Technischen Universität Cottbus. Sie besitzt weltweite Patente und vertreibt Technologien und Anlagen zur Wettermodifikation.