Wenn Mitarbeiter von Rolls-Royce in Dahlewitz (Teltow-Fläming) die Triebwerke der Zukunft entwickeln, ziehen sie 3-D-Brillen auf. Dann kommt ein virtuelles, knallbuntes Triebwerk ins Spiel. Einzelteile können per Klick entfernt werden. Manchmal legen sich Mitarbeiter auch auf den Boden, um das virtuelle Triebwerk von unten anzusehen, wie Projektleiter Marius Swoboda berichtet. Entwickelt wurde das 3-D-System für Rolls-Royce gemeinsam mit der BTU in Cottbus.

Viele brandenburgische Hochschulen haben Kooperationen mit Firmen und wollen diesen Bereich weiter ausbauen. Seit zehn Jahren arbeitet der Triebwerkshersteller mit der Cottbuser Hochschule zusammen. Der 3-D-Raum im Rolls-Royce-Werk mit dem Triebwerk-Programm ist laut Swoboda erst der Beginn. Zusammen mit den Cottbuser Forschern arbeite man daran, das System zu optimieren, um zum Beispiel mit Sprachbefehlen das Ganze zu steuern.

Einer der insgesamt fünf beteiligten Professoren an dem Projekt, Christian Hentschel, sagt zu den Vorteilen einer solchen Firmenkooperation für die Studierenden: "Sie lernen viel Theorie und sehen jetzt, wo der Bedarf und die Anwendungen in der Wirtschaft liegen." In Studienarbeiten, Vorlesungen und Seminare sei die Entwicklung des virtuellen Systems ebenso eingeflossen.

Wissens- und Technologietransfer nennt sich das Ganze. Hochschulen wollen Forschungsergebnisse verfügbar machen und die Wirtschaft einbinden. BTU-Vizepräsidentin Katrin Salchert zufolge unterhält die Hochschule zahlreiche Kooperationen mit Firmen und Institutionen. Rolls-Royce sei eines der größten Unternehmen. Die BTU sei bestrebt, weitere Unternehmen in der Größe ins Boot zu holen, sagt Salchert.