Lehrer, die aus Syrien und anderen Krisengebieten nach Deutschland geflüchtet sind, können sich bald an der Universität Potsdam für den Einsatz an deutschen Schulen qualifizieren. Nach Angaben einer Hochschulsprecherin ist das Programm des Bereichs Bildungswissenschaften bundesweit einzigartig: "Zunächst erhalten die Teilnehmenden einen intensiven Deutschkurs am Sprachenzentrum der Universität. Ab Herbst beginnt dann ein Kurs, in dem die Lehrkräfte das deutsche Schulsystem kennenlernen und an Schulen hospitieren können." Bis zum 15. März nimmt die Universität hierfür Bewerbungen von Lehrern entgegen.

Die Potsdamer Bildungswissenschaftlerin Miriam Vock erläuterte, dass zwar der Mehrbedarf an Schulpersonal wegen der geflüchteten Kinder hinlänglich als Problem bekannt sei. "An die berufserfahrenen Lehrkräfte unter den Geflüchteten aus Syrien und anderen Ländern wurde dabei bisher jedoch noch nicht gedacht. Dabei könnten gerade sie gute Brückenbauer in Schulen sein, indem sie sprachlich und kulturell zwischen den neuen Schülern sowie deren Eltern und den deutschen Schulen vermitteln."

Der Vizepräsident für Lehre und Studium der Universität Potsdam, Andreas Musil, ergänzte, dass auch deutsche Lehramtsstudierende an den Kursen teilnehmen und mit den Lehrkräften Tandems bilden sollten, "um sich im gegenseitigen Austausch über die Schulsysteme in den Herkunftsländern der Geflüchteten zu informieren, was für ihre spätere Arbeit an Schulen mit geflüchteten Kindern hilfreich sein wird".