Paukenschlag bei den Grünen: Nach dem Wahldebakel tritt nahezu das gesamte Spitzenpersonal ab und macht den Weg frei. "Auch ohne das Wahlergebnis hätte es eine Verjüngung an der Parteispitze geben müssen", erklärt Wolfgang Renner gegenüber der RUNDSCHAU. Für ihn hat nicht einmal Platz zwei auf der Landesliste zum Einzug in den Bundestag gereicht.

Dass die Fraktionschefs Trittin und Künast sowie Parteichefin Roth die Verantwortung übernehmen für Fehler im Wahlkampf und gerade einmal 8,4 Prozent der Wählerstimmen, "das erwarte ich. Aber sie sind nicht allein dafür verantwortlich". Aus Renners Sicht müsse das Debakel gründlich analysiert werden. "Solange das nicht passiert ist, verstehe ich nicht, wie gerade Zurückgetretene schon wieder ihre Kandidatur für Spitzenämter ankündigen", zeigt sich Renner verärgert.

Jürgen Trittin sagte am Rande der Fraktionssitzung, die neue Spitze müsse die Grünen in den Wahlkampf 2017 führen. "Das muss eine neue Generation, müssen neue Kräfte tun." Er werde aber auf Bitten von Parteirat und Bundesvorstand gegebenenfalls Sondierungsgespräche mit der Union auf Grünen-Seite führen.

Unterdessen hat auch Piraten-Chef Bernd Schlömer nach dem enttäuschenden Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl seinen Rückzug angekündigt. Über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitete er die Botschaft: "Tschüß #Piraten! Das war es für mich. Ich ziehe mich zurück. Vielen Dank für 4 1/2 tolle Jahre im #BuVo." Schlömer war im April 2012 zum Parteichef der Piraten gewählt worden.

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