Die Wahl Michael Stübgens zum Vorsitzenden soll auf einem Parteitag am 16. November stattfinden. Stübgen kündigte an, die Leitung der Sondierung- und späteren Koalitionsgespräche für die CDU übernehmen zu wollen.

„Sofern wir mit den Koalitionsvertrag zu einem Erfolg kommen, wäre ich auch bereit, ein Ministeramt in Brandenburg zu übernehmen“, sagte Stübgen. 2014 war eine SPD/CDU-Koalition daran gescheitert, dass der damalige CDU-Spitzenkandidat Michael Schierack nach SPD-Angaben keinen Ministerposten übernehmen wollte.

Der evangelische Pfarrer und Hobbysegler Stübgen ist seit 1990 Bundestagsabgeordneter. Bei der Wahl eines Ressorts ist er nach eigenen Angaben „flexibel“: „Ich mache Landwirtschaftspolitik und mache das unglaublich gerne“, sagte Stübgen. Er habe aber auch Europapolitik gemacht und sei zwölf Jahre Mitglied im Innenausschuss des Bundestags gewesen. Sollte Stübgen sein Mandat im Bundestag niederlegen, wäre die konservative Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig die nächste Nachrückerin auf der Landesliste für den Bundestag. Ob sie dazu bereit wäre, „hat sie mir gegenüber aber noch nicht erklärt“, sagte Stübgen.

Zur Sitzung der CDU-Landtagsfraktion am Dienstag erklärte Stübgen, es „wäre sehr hilfreich, wenn von der Fraktion ein Signal der Stabilität ausgeht“. Am Dienstag will die CDU einen neuen Fraktionsvorsitzenden wählen. Neben dem bisherigen Parlamentarischen Geschäftsführer Jan Redmann will auch der Landtagsabgeordnete aus Oberhavel, Frank Bommert, dafür antreten. Die Wahl des Fraktionsvorsitzenden ist aus Sicht Stübgen aber Sache der Fraktion. „Ich bin aber guter Hoffnung, dass am Dienstag ein klares Ergebnis herauskommt.“ Man könne nur gemeinsam etwas für Brandenburg erreichen. Andere Sitzungsteilnehmer hielten sich am Sonntag mit Äußerungen zurück. Bommert berichtete von einer guten Stimmung. Auch Landesgeschäftsführer Gordon Hoffmann erklärte, er hoffe, dass nun der „größte Druck aus dem Kessel“ sei.