Februar ist es ein Jahr her, dass bei einem Brand in diesem Gebäude neun Kinder und Frauen starben. Es gibt zwar Pläne, das Haus abzureißen und etwas Neues zu bauen, eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Wie auch die zentrale Frage ungeklärt ist und womöglich für immer bleiben wird: Warum mussten hier an einem Sonntagnachmittag in der Fastnacht neun türkischstämmige Menschen sterben? Das Drama hatte vergangenes Jahr sogar die türkische Regierung auf den Plan gerufen, die eigene Ermittler in die rheinland-pfälzische Stadt schickte. "Fahrlässiges Verhalten" Auslöser dafür war vor allem, dass nach dem Brand über einen fremdenfeindlichen Anschlag spekuliert wurde. Zwei Kinder wollten einen Mann am Brandort gesehen haben, es gab weitere Anzeichen, die sich in Richtung Brandstiftung deuten ließen. Die Aussagen der Kinder erwiesen sich später als falsch, die Ermittler schlossen vorsätzliche Brandstiftung schließlich genauso aus wie einen technischen Defekt. Nicht näher geklärtes "fahrlässiges Verhalten" soll Ursache für den Brand gewesen sein, der im Keller des Gebäudes ausgebrochen war. Im Juli hat die Staatsanwalt Frankenthal die Ermittlungen eingestellt, seitdem hat sich nach Angaben von Oberstaatsanwalt Lothar Liebig nichts Neues ergeben. "Es gibt keine aktuellen Erkenntnisse, um die Ermittlungen wieder aufzunehmen", sagt der Behördenchef. Ganz aufgegeben habe er die Hoffnung noch nicht, dass sich das noch einmal ändert. Dass sich doch noch ein Zeuge meldet, der den entscheidenden Hinweis gibt. "Dann würden wir unverzüglich wieder ermitteln." Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Cumhur Steinbrecher, bedauert, dass die Ursache ungeklärt geblieben ist, sagt aber auch: "Der Schmerz bleibt immer." Ungewissheit bleibt Vor allem für die Hinterbliebenen der Brandopfer ist es schwer, mit der Ungewissheit zu leben. Einige haben damals fast ihre ganze Familie verloren. Die Stadt hat ihnen zu helfen versucht, auch mit den eingegangenen Spenden von mehr als 260 000 Euro. So bekamen die betroffenen Familien zum Beispiel neue Wohnungen