Das Jugendgericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Juli 2006 einen 51-jährigen Obdachlosen in Cottbus aus Wut über zuvor erlittene Niederlagen in einem Computer-Gewaltspiel brutal ermordet hat. Zwar könnte das stundenlange Spielen mit virtuellen Figuren, die sich schlagen und treten, Einfluss auf die Tat gehabt haben, so das Gericht. Die Schuldfähigkeit des Angeklagten habe das aber ebenso wenig beeinträchtigt wie dessen starker Alkoholgenuss.
Er habe vielmehr seine Aggressivität gegen einen Obdachlosen, den er zuvor als „Penner“ bezeichnet habe, aus nie dersten Beweggründen ausgelebt, urteilten die Richter.
Das Jugendschöffengericht folgte nicht der Auffassung des Ulmer Hirnforschers Professor Manfred Spitzer. Der hatte eine verminderte Schuldfähigkeit des Mörders durch das PC-Spiel für wahrscheinlich gehalten. Der psychiatrische Sachverständige Dr. Jürgen Rimpel aus Lübben hatte dagegen zwischen dem fünfstündigen Spiel vor der Tat und der Tötung keinen unmittelbaren Zusammenhang gesehen. (Eig. Ber./sw)