Immer mehr Unternehmen beteiligen sich an Dualen Systemen wie dem Grünen Punkt. Beim Umweltministerium führt man das auf strengere Vorgaben im seit Anfang des Jahres geltenden Verpackungsgesetz zurück.

Das Gesetz erhöht die Recyclingvorgaben. Werden die Quoten tatsächlich steigen?

Davon ist auszugehen. Denn wenn die Dualen Systeme die Quoten nicht schaffen sollten – für Kunststoff steigen sie beispielsweise von 36 Prozent auf bis zu 63 Prozent –, drohen empfindliche Strafen. Ein zweiter Hebel ist das neue Zentrale Verpackungsregister (ZSVR). Dort müssen sich alle Unternehmen eintragen, die Verpackungen in den Verkehr bringen. Das können Hersteller sein, aber auch Internethändler oder Importeure. Ihre Verpackungen landen dann zum Beispiel in der Gelben Tonne oder im Gelben Sack und sollen wiederverwertet werden. Rund 130 000 Unternehmen sind bereits in dem Register erfasst – 60 000 mehr, als früher von den Dualen Systemen erfasst wurden.

Was passiert mit den Schwarzen Schafen in der Branche?

Wer Verpackungen in Umlauf bringt und sich nicht in das Register einträgt, bekommt Ärger mit dem Ordnungsamt. Es drohen ein Bußgeld und die Stilllegung des Geschäfts. Zwar waren die Unternehmen schon bisher – seit 1993 – dafür verantwortlich, dass ihre Verpackungen nicht im Restmüll landen. Aber das ließ sich kaum kontrollieren. Vor allem Onlinehändler, darunter auch viele Ebay-Powerseller, hätten sich nicht an die Vorgaben gehalten, sagte die ZSVR-Geschäftsführerin Gunda Rachut. Seit aber das neue Gesetz gelte, komme es häufiger zu Anzeigen unter Konkurrenten.

Wie will man erreichen, dass Verpackungen künftig besser zu recyceln sind?

Das neue Verpackungsgesetz belohnt Umweltfreundlichkeit und macht umweltschädliches Verhalten teuer. So kosten schwer zu verwertende Verbundverpackungen – etwa aus Papier und Kunststoff – deutlich mehr als Umhüllungen, die  aus einem einzigen Material bestehen. Darüber hinaus wird klargestellt, dass auch schwer verwertbare Serviceverpackungen wie Coffee-to-go-Becher recycelt werden müssen. Das soll den Anreiz erhöhen, auf umweltfreundlichere Materialien zu setzen.