Bundesweit sei der Demografiemonitor eine der ersten derartigen Datensammlungen auf Länderebene, sagte Beermann in Dresden. Detailliertes Zahlenmaterial gibt es nach den Angaben unter anderem zu Geburten, Sterbefällen und Durchschnittsalter.

Die Datenbank steht ab sofort auch Privatpersonen kostenlos zur Verfügung. Enthalten sind auch Prognosedaten für den Freistaat bis 2025 und Regionaldaten unter anderem zur Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Beermann sagte, die „nüchterne und sachliche“ Datensammlung schaffe Transparenz und für alle Beteiligten die Möglichkeit, sich auf den demografischen Wandel einzustellen. Gegliedert in 15 Themen werden insgesamt rund 200 demografische Kennzahlen dargestellt, darunter auch Zuzüge und Abwanderungen. Auf dieser Grundlage könnten Firmen, Verbände oder Bürgerinitiativen ihre Entscheidungen treffen.

Als besonders hilfreich sieht die Landesregierung den Monitor für kleinere Gemeinden und Städte an, die kein eigenes Statistikamt haben. Beermann sagte, das neue Instrument erleichtere für sie beispielsweise die Planung von Kindergärten und Vorhaben im öffentlichen Nahverkehr. Entwickelt wurde die Plattform vom Statistischen Landesamt. Die Kosten dafür beliefen sich nach den Angaben bislang auf 22 000 Euro. Wie es hieß, soll die Datenbank laufend aktualisiert werden.

Logische Bedienung

Im Zentrum der Plattform zeigt eine nach den Kreisen des Freistaates aufgeteilte Landkarte – je nach gewähltem Thema – die entsprechenden Entwicklungen. Die Bedienung der Plattform erfolgt dabei größtenteils intuitiv. Interessiert sich der Benutzer beispielsweise für das durchschnittliche Alter in den Kreisen, wird schnell ersichtlich: In den Randgebieten des Landes, egal ob im Südosten oder in der Oberlausitz, leben ältere Menschen als im Zentrum Sachsens. In Weißwasser betrug das Durchschnittsalter im vergangenen Jahr demnach 48,0 Jahre. In Dresden lag dieses bei 43,1 Jahre. Wie stark Sachsen vom demografischen Wandel betroffen ist, zeigt sich bei einem Blick auf das Jahr 1990. In Weißwasser lag damals das durchschnittliche Alter bei 32,2 Jahren, in Dresden bei 39,1.

Das Land Sachsen ist vom demografischen Wandel vergleichsweise stark und vor allem früher betroffen als viele andere Bundesländer. Experten erwarten, dass die Zahl der Einwohner in den nächsten Jahren weiter stark sinken wird. Gründe sind ein deutlicher Geburtenrückgang und Abwanderung in Richtung Westen.

Mehr Weg- als Zuzüge

Hier klafft nach wie vor eine große Lücke: Während immer weniger Menschen in die Lausitz ziehen, verlassen gleichzeitig immer mehr Menschen die Region.

www.demografie.sachsen.de/

monitor