Auslöser war seine Ehefrau Jana. "Ich suchte schon seit einiger Zeit einen im Originalzustand erhaltenen Robur-Bus", erzählt der Inhaber eines Bus- und Taxiunternehmens aus Niederoderwitz. Alle Bemühungen waren aber erfolglos geblieben - es schien nahezu unmöglich, noch ein solches Fahrzeug zu finden. "Da stieß meine Frau zufällig auf die MDR-Sendung ‚Trödelfieber', in der es um seltene und ausgefallene Sachen geht." Jana Steudtner fragte an, ob der MDR nicht bei der Suche helfen könne. Das Unerwartete geschah: Nach mehreren Wochen teilte die "Trödelfieber"-Redaktion mit, dass man fündig geworden sei und einen Beitrag drehen wolle.
Nach einer Besichtigungstour nach Löwenberg (bei Berlin) und Cottbus willigte Andreas Steudtner ein. "Die Busse befanden sich im Originalzustand mit vollständiger Bestuhlung - das war meine Bedingung gewesen", erinnert er sich. So machte er sich dann im Sommer gemeinsam mit dem MDR-Team auf, um den Kauf unter Dach und Fach zu bringen.
"Der Bus in Löwenberg befand sich äußerlich in einem recht heruntergekommenen Zustand", blickt Andreas Steudtner zurück. Der Cottbuser Bus machte optisch einen besseren Eindruck, stellte sich dann jedoch als unverkäuflich heraus. So blieb nur der blau lackierte "Preuße", der zwischenzeitlich unter anderem einem Kohlehandel als Umkleidekabine gedient und beim Dreh des Filmes "Erbsen auf halb sechs" eine wichtige Rolle gespielt hatte.
"Der Kauf kam während der Dreharbeiten zustande", so Andreas Steudtner, "und ich nahm den Bus noch am selben Tag mit nach Hause." Damit war die Arbeit für das Fernsehteam jedoch noch nicht beendet: Der Oberlausitzer bestand darauf, dass noch einige Aufnahmen im Zittauer Gebirge gedreht werden - "schließlich wollte ich das Ganze auch zur Werbung für meine Heimat nutzen". So kam es zur Jungfernfahrt mit einigen Nachbarn, begleitet vom MDR-Team.
Andreas Steudtner weiß, dass er sich mit seinem neuen "Gefährten" eine Menge zusätzliche Arbeit aufgebürdet hat. "Der Unterboden und die Lackierung müssen erneuert, die Bestuhlung neu bezogen werden", berichtet er. Doch den Niederoderwitzer motiviert, dass er nach getaner Arbeit vielen Oberlausitzern eine große Freude bereiten kann - nämlich eine Fahrt im Original Robur-Bus: "Es liegen schon viele Anfragen vor, beispielsweise von Hochzeitsgesellschaften oder für Jubiläumsfeiern." Für Andreas Steudtner ist es auch eine Reise in die eigene Vergangenheit, fuhr er doch zu DDR-Zeiten im Auftrag einer LPG selbst ein solches Modell.
Im Winter soll das große Aufbauwerk vollbracht werden, der Busunternehmer kann dabei auf die tatkräftige Hilfe seines 17-jährigen Sohnes Rumen zählen. Für das Einstellen der Zündung sucht er noch einen Motorspezialisten aus dem früheren Robur-Werk, überhaupt hat Andreas Steudtner großes Interesse am Kontakt zu "Veteranen" des früher bedeutendsten Zittauer Betriebes. Ab dem Frühjahr will er mit seinem Unikat auf große Fahrt gehen - Beschallung aus dem ebenfalls noch original vorhandenen Radio inklusive. Dann wird Andreas Steudtner wohl öfter einmal im Rampenlicht stehen.