Unklar sei nach Angaben des Sprechers, ob es sich um einen oder mehrere Minister handele. Da derzeitige Regierungsmitglieder bei einem Ressortwechsel nicht vereidigt werden müssten, könne es sich nur um neue Köpfe handeln.
Als relativ sicher gilt die Ernennung eines neuen Finanzministers. Der amtierende Ressortchef Horst Metz (CDU) hatte nach dem Notverkauf der Sachsen LB am 31. August seinen Rücktritt für den 30. September angekündigt. Er wird nach Auskunft seines Ministeriums nun bereits am 28. September aus dem Amt scheiden.
Milbradt hatte in der Regierungskrise der letzten Wochen eine größere Kabinettsumbildung angekündigt. Er wolle neue Gesichter für die Landtagswahl 2009 präsentieren, sagte der Ministerpräsident. Im Gespräch für den Posten des Finanzministers sind Finanz-Staatssekretär Wolfgang Voß, Kultusminister Steffen Flath und Umweltminister Stanislaw Tillich (alle CDU). Sollte einer von ihnen in das Schlüsselressort aufrücken, müsste für ihn freilich ein weiterer neuer Minister im Landtag vereidigt werden.
Erwartet wird zudem eine Neubesetzung in der Staatskanzlei, da deren Chef Hermann Winkler für das schlechte Krisenmanagement mitverantwortlich gemacht wird. Ob auch Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) wegen seines ungeschickten Agierens in der Korruptionsaffäre gehen oder aber zur Durchsetzung der Kreisreform bleiben soll, gehört indes zu den Geheimnissen des Regierungschefs. Sie sollen vermutlich am Dienstag gelüftet werden.
Der Ministerpräsident steht im Zusammenhang mit der Bankenkrise seit Wochen in der Kritik. Die finanzielle Schieflage der sächsischen Landesbank nach riskanten Hypothekengeschäften war Auslöser einer Koalitionskrise. Die Opposition hatte nach der Blitzübernahme der Sachsen LB durch die Landesbank Baden-Württemberg Ende August den Rücktritt des Regierungschefs und Neuwahlen gefordert.