Der Bundestag hat die Strukturreform der medizinischen Versorgung beschlossen: das Versorgungsstärkungsgesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Die sperrig klingende Regelung soll vor allem die Verteilung der Ärzte in Deutschland verändern: Unterversorgung in ländlichen Regionen soll behoben, Überversorgung in großen Städten entzerrt werden.

Damit Patienten künftig schneller an Facharzttermine kommen, sollen die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Terminservicestellen einrichten. Diese sollen nötigenfalls Versicherten mit einem Überweisungsschein innerhalb von vier Wochen einen Termin bei einem Facharzt vermitteln. Klappt das nicht, kann der Patient ein Krankenhaus aufsuchen.

Zudem soll eine veränderte Nachfolgeregelung bei frei werdenden Arztpraxen in überversorgten Gebieten Anreize schaffen, junge Ärzte zumindest vorübergehend für eine Niederlassung auf dem Land zu gewinnen. Wenn sich ein Arzt in einem überversorgten Gebiet niederlassen wolle, gehe dies nur, wenn er die Praxis von den Eltern übernehme oder vom Ehepartner oder er selbst drei Jahre lang in dieser Praxis angestellt gewesen war.

Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, sieht gute Ansätze, kritisiert aber: "Das erklärte Ziel der Bundesregierung, eine bedarfsgerechte, flächendeckende und gut erreichbare medizinische Versorgung der Patienten auf hohem Niveau sicherzustellen, wird durch die geplanten Maßnahmen leider nicht erreicht."