Das ist vielleicht noch nicht überall angekommen", sagte der 45-Jährige mit Blick auf den Weinskandal, der den Winzern im vergangenen Jahr zu schaffen machte.

Die Untersuchungen hätten gezeigt, dass das neue Kontrollsystem für sächsische Weine greife, sagt Klitzsch. Seit dem Fund unerlaubter Pflanzenschutzmittel in einigen Anbaubetrieben im vergangenen Jahr werden Qualitäts- und Prädikatsweine zentral über die Landesuntersuchungsanstalt (LUA) analysiert. Auf diesem Weg wurde in der vergangenen Woche auch ein im Weinbau nicht zugelassenes Pilzgift in einer Weinkellerei im Kreis Meißen festgestellt. Die Trauben stammten von einem Zulieferer. Der Wein war noch nicht auf dem Markt.

Als Ziel nannte Klitzsch zudem, nach dem Verbandsaustritt der Winzergenossenschaft mit der Vereinigung im Dialog zu bleiben und sich auch um die Belange der Klein- und Hobbywinzer zu kümmern. Unter anderem hat der Verband eine Petition ins Leben gerufen, wonach Beiträge für die Berufsgenossenschaft erst ab einer gewissen Anbaufläche fällig werden sollen. Der 45-jährige Klitzsch ist selbst Kleinwinzer und bewirtschaftet eine Steillage in Radebeul von rund 1000 Quadratmetern. Die Winzer im Elbtal seien bereits fertig mit dem Rebschnitt, erklärte Klitzsch.

Der Wein ist laut Klitzsch gut durch den langen Winter mit teils erheblichen Frösten gekommen. Größere Schäden seien ausgeblieben. Die ersten Weine des neuen Jahrgangs können gemeinsam mit Winzern aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut am 5. Mai in Coswig bei der Jungweinprobe verkostet werden. Sachsens Winzer haben 2016 mit einer Ausbeute von 28 845 Hektolitern Weinmost eine Rekordernte verbucht. Mehr als 2300 Winzer - vor allem Klein- und Hobbywinzer - bewirtschaften in Sachsen insgesamt 493 Hektar.