Das Forschungsministerium wies die Darstellung von Hagens', das Ministerium habe die Einrichtung als Museum anerkannt, in scharfer Form zurück. Das Bildungsministerium wiederum widersprach seiner Darstellung, damit seien auch die Tage des von Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) erlassenen Verbotes von Schülerbesuchen im Plastinarium während der Unterrichtszeit gezählt. An der ablehnenden Haltung habe sich nichts geändert, hieß es.
Hagens hatte gesagt, mit der Anerkennung als Museum erfülle das Plastinarium die gleichen kulturellen Aufgaben wie vergleichbare Einrichtungen des Bundes, der Länder oder Gemeinden. Hintergrund sei ein Antrag auf Befreiung von der Umsatzsteuer.
Der Sprecher des Forschungsministeriums, Holger Drews, stellte klar: „Es gibt keine ,staatliche Anerkennung‘ von Museen durch das brandenburgische Kulturministerium.“ Bei Anträgen auf Befreiung von der Umsatzsteuer gehe es „um reine Verwaltungsvorgänge, die keine qualitative Bewertung darstellen und mit denen die Hausleitung nicht befasst wird“ . Ministerin Johanna Wanka (CDU) unterstrich: „Ich persönlich stehe dem Projekt und der Einrichtung in Guben unter ethischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten mit größten Vorbehalten gegenüber.“ Wanka unterstützt auch weiterhin die vom Bildungsminister getroffenen Beschränkungen von Schülerbesuchen.
Unterdessen gab von Hagens gestern nach einem Zeitungsbericht bekannt, das er nach zehn Jahren im Ausland Anfang 2008 seinen Hauptwohnsitz nach Guben verlegen werde.
An diesem Samstag treffen sich zum ersten Mal in Guben Hunderte Körperspender. Etwa 1000 Interessenten aus dem In- und Ausland hätten zugesagt, sagte der 62-jährige Anatom von Hagens. (dpa/jt)