Erhängt, zerstückelt, verscharrt: Noch einmal listete Oberstaatsanwalt Andreas Feron gestern im Dresdner Landgericht schockierende Details und bizarre Fantasien auf. Reichlich anderthalb Jahre nach dem ersten Mordprozess gegen den vom Dienst suspendierten Kriminalbeamten Detlev G. ging es im Saal 1.05 erneut um das abnorme Ende eines Geschäftsmannes aus Hannover Anfang November 2013 im Gimmlitztal (Osterzgebirge). Der 58-Jährige habe Wojciech S. in seiner Pension im Gimmlitztal (Osterzgebirge) getötet und die Leiche zersägt - "zur Befriedigung des Geschlechtstriebs", fasste Feron die Ermittlungen zusammen. Der Angeklagte bestreitet die Tötung.

Der frühere Schriftsachverständige beim Landeskriminalamt war im April 2015 zu einer Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt worden. Die Richter sahen im unbedingtem Todeswunsch von Wojciech S. einen außergewöhnlichen Umstand und nahmen von einer bei Mord üblichen lebenslangen Haftstrafe Abstand. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil ein Jahr später auf und verwies den Fall ans Landgericht zurück. Eine mögliche Selbsttötung des Opfers und ein Gutachten zum verwendeten Strick seien nur ungenau geprüft worden, begründete der 5. Strafsenat.

Laut Anklage hat G. am 4. November 2013 seinem Gast ein Kletterseil um den Hals gelegt, ihn mit einem Flaschenzug nach oben gezogen und so getötet. Nach Angaben der Rechtsmedizin wurde der Mann erdrosselt. Danach zersägte G. die Leiche mit einer Elektrosäge und vergrub die Teile auf dem Grundstück, schilderte der Oberstaatsanwalt den Hergang.