Weil er den neuen Freund seiner Ehefrau mit Benzin übergossen und angezündet haben soll, droht einem 37-Jährigen eine hohe Haftstrafe. Die Staatsanwaltschaft Cottbus plädierte am Mittwoch vor dem Landgericht auf zwölfeinhalb Jahre Gefängnis wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung.

Der Angeklagte soll im März in die Wohnung des Mannes in Schönewalde (Elbe-Elster) eingedrungen sein, um ihn aus Eifersucht zu töten. Das Opfer wurde lebensgefährlich verletzt.

Der Mann konnte die Flammen an seinem Körper laut Staatsanwaltschaft selbst löschen, sonst wäre er gestorben. In der Wohnung befand sich auch die vom 37-Jährigen getrennt lebende Ehefrau. "Er wollte der Beziehung ein Ende setzen", sagte der Staatsanwalt zum Motiv des Angeklagten. Der Beschuldigte hatte zu Prozessbeginn Mitte November zwar zugegeben, mit dem Benzin und einem Feuerzeug in die Wohnung eingebrochen zu sein. Bezogen auf das weitere Geschehen berief er sich aber auf Erinnerungslücken.

Der Nebenklägeranwalt, der das Opfer vertritt, forderte lebenslange Haft unter anderem wegen versuchten Mordes. Der Angeklagte habe die Tat gezielt geplant. Die Verteidigung plädierte auf versuchten Totschlag in einem minderschweren Fall und eine Höchststrafe von siebeneinhalb Jahren.

Der Staatsanwalt sprach von einem Martyrium für das Opfer. Der Mann habe im Koma gelegen, und es seien viele Operationen nötig gewesen. "Er wird wahrscheinlich nicht mehr arbeiten können."

Bei der Bemessung des Strafmaßes berücksichtigte die Anklagebehörde, dass die Gesamtsituation des 37-Jährigen schwierig gewesen sei. So habe er Anpassungsstörungen gehabt. Der im Kaukasus aufgewachsene Mann sei mit seiner Ehefrau vor mehr als zehn Jahren nach Deutschland gekommen. Die Frau habe sich besser zurechtgefunden als er.

Zudem sei der Angeklagte mehrmals krank geworden und dadurch arbeitsunfähig gewesen. Zugleich stufte die Staatsanwaltschaft die ursprünglich als versuchten Totschlag angeklagten Vorwürfe nun als versuchten Mord ein.

Zuvor hatte ein Arzt sein Gutachten vorgetragen, wonach der Angeklagte eine Persönlichkeitsstörung habe und nach der Trennung im Herbst 2014 depressiv geworden sei. Für die Attacke in der Wohnung kam er zugleich zu diesem Schluss: "Es gibt keine Hinweise auf eine psychische Störung während der Tat." Das Gericht will sein Urteil am nächsten Mittwoch sprechen.