Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt und heutige Olympia-Staatssekretär Sachsens, Wolfram Köhler (CDU), räumt ein, dass seine Ehefrau Franziska finanziell vom Sponsoring kommunaler Unternehmen profitiert habe. Seine Nachfolgerin an der Rathausspitze, Gerti Töpfer (CDU) hatte bisher erklärt, dass von kommunalen Unternehmen an Frau Köhler niemals Provisionen geflossen seien.
Wolfram Köhler sagte, dass seine Frau Franziska auch Geld verdient habe, wenn sich die Stadtwerke Riesa in der Sportarena engagierten und sie die Betreuung der Veranstaltung übernahm. In diesen Fällen habe es allerdings ein Verdienst-Limit von 3750 Euro gegeben, sagte der Köhler. Die neue Chefin im Rathaus, Töpfer, hatte nach der Stadtratssitzung am 1. Oktober diesen damals bereits aufgetauchten Vorwurf mit Nachdruck zurückgewiesen. Es war gemutmaßt worden, dass Franziska Köhler über die Arena-Betreibergesellschaft FVG auch von kommunalen Unternehmen Provisionen bekommen habe. "Es sind keine Zahlungen anderer kommunaler Unternehmen an die FVG geflossen", sagt Töpfer damals.
Töpfer selbst war gestern auf Reisen und im Rathaus in Riesa nicht erreichbar. An ihrer Stelle reagierte Verwaltungsbürgermeister Werner Nüse (SPD) auf die Vorwürfe. Es sei korrekt, dass Frau Köhler Geld bei diesen Geschäften kassiert habe. Allerdings handele es sich dabei nicht um Provisionen, sondern um pauschale Aufwandsentschädigungen, sagte Nüse. Dies sei genau zu unterscheiden und widerspreche auch nicht den bisherigen Aussagen von Oberbürgermeisterin Töpfer.
Die Geschäftsgebaren der Sportarena Riesa waren im Zuge des Bürgermeisterwahlkampfes im September hauptsächlich von der örtlichen SPD angeprangert worden. Wolfram Köhler war vorgeworfen worden, als Stadtoberhaupt mit guten Kontakten in die Wirtschaft die Sponsorenverträge angebahnt zu haben, welche seine Frau dann für die FVG gegen eine 15-prozentige Provision zum Abschluss gebracht habe. Diese Vorwürfe hatte der Stadtrat in einer nicht-öffentlichen Sitzung am 1. Oktober einstimmig zurückgewiesen. (ddp/bra)