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Neue Trasse durchs Erzgebirge

Dresden. Der Ausbau der Bahnstrecke von Berlin nach Dresden bringt die Sachsen auf kühne Ideen. Sie planen mit der Bahn eine ganz neue Strecke nach Prag. Wichtigstes Projekt dabei ist ein mächtiger Tunnel durchs Ergebirge. Frank Claus

Die derzeitige Bahnstrecke zwischen Dresden und Ústí nad Labem führt duch das enge Elbtal. Aus topografischen und naturschutzrechtlichen Gründen könne die Trasse nicht wirtschaftlich ausgebaut werden, sagt die sächsische Staatsregierung. Die Bahndämme könnten wegen der Nähe zur Elbe, zum Elbsandsteingebirge und zu Häusern an der Strecke nicht verbreitert werden. Zudem sei ein sicherer Hochwasserschutz nicht gegeben.

Deshalb hat Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) gestern in Dresden einen neuen Trassenverlauf vorgestellt. Künftig soll die Strecke kurz hinter Pirna von der alten Trasse abzweigen, durchs Erzgebirge führen und bei Ústí nad Labem auf die bisherige Strecke stoßen. Kernstück des Projekts ist ein 26,5 Kilometer langer grenzüberschreitender Erzgebirgstunnel.

Die tschechische Seite plant zwischen Ústí nad Labem und Prag eine Bahnlinie, auf der bis 350 Kilometer pro Stunde gefahren werden können. Auf der neuen Trasse sollen künftig der Personenfernverkehr und der Güterverkehr, dessen Kapazität somit verdoppelt werden könne, rollen. Die Fahrtzeit im Personenverkehr zwischen Dresden und Prag solle sich von jetzt etwas mehr als zwei Stunden auf unter eine Stunde (52 Minuten) verringern. Der Nahverkehr verbleibe auf der touristenfreundlichen Strecke. Das Projekt wird auf deutscher Seite mit 1,3 Milliarden Euro veranschlagt und könnte, vorausgesetzt es kommt in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes, bis 2035 realisiert werden. Lausitz Seite 2