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Mord in Weimar an 10-Jähriger/Neuer Hinweis nach Fernsehsendung
Endlich eine Spur zu Stephanies Mörder?

Die 10-jährige Stephanie Drews verschwand 1991 aus dem Weimarer Goethepark. Bis heute ist ihr Mörder nicht gefasst. Nach einer Fernsehsendung gibt es nun neue Hinweise.
Die 10-jährige Stephanie Drews verschwand 1991 aus dem Weimarer Goethepark. Bis heute ist ihr Mörder nicht gefasst. Nach einer Fernsehsendung gibt es nun neue Hinweise. FOTO: Polizei Thüringen
Weimar. Zwischen 1991 und 1997 sind in Thüringen drei Kinder getötet worden. Seit Oktober 2016 ermittelt die SOKO „Altfälle“ mit dem Ziel diese Fälle doch noch zu lösen und den oder die Täter zu finden. Nun gibt es im Fall der 1991 in Weimar getöteten Stephanie Drews einen neuen wichtigen Hinweis.

Stephanie war am 24. August 1991 ab 14 Uhr mit ihren beiden jüngeren Geschwistern und einer Freundin im Weimarer Goethepark, im Bereich des sogenannten Ochsenauges, spielen. Ein unbekannter Mann sprach Stephanie und deren Freundin an. Er bat die beiden Kinder, ihm das Schloss Belvedere zu zeigen und stellte dafür 50 DM in Aussicht. Stephanie erklärte sich daraufhin bereit, mitzugehen. Zu Stephanies Freundin sagte der Täter, dass er und Stephanie 16 Uhr wieder zurück sein werden.

Als die Zeit verstrichen war, brachte Stephanies Freundin die beiden kleineren Geschwister nach Hause und erzählte Stephanies Eltern, dass Stephanie mit einem unbekannten Mann mitgegangen sei. Daraufhin nahm der Vater sein Fahrrad und suchte den Park vergebens nach seiner Tochter ab. Die Mutter lief gegen 18 Uhr zum nahegelegenen Getränkehandel und verständigte die Polizei über das Verschwinden ihrer Tochter Stephanie. Die Suchmaßnahmen der Polizei blieben jedoch erfolglos.

Am 26. August 1991 entdeckten zwei Kinder gegen 16.30 Uhr unterhalb der Teufelstalbrücke Stephanies Leiche. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter sie von der Brücke geworfen hat und das Mädchen an den Folgen des Sturzes aus großer Höhe gestorben ist. Das Kind war vollständig bekleidet, als es gefunden wurde, allerdings fehlen bis heute ihre Brille und die rosa Sandalen.

Fragmente eines Autokennzeichens

Nachdem am 18. Juni 2017 in der MDR-Sendung „Kripo Live“ zu den drei ungeklärten Kindermorden berichtet und die Bevölkerung um Mithilfe ersucht wurde, meldete sich ein Zeuge, der sich an ein Ereignis erinnerte, das mit dem Mord an Stephanie zusammenhängen könnte. Er betrieb zu dieser Zeit mit einem Kollegen einen Pannenhilfsdienst. Als die beiden Männer mit ihrem Auto von einem Einsatz zurückkamen, bemerkten sie nachts auf der Teufelstalbrücke einen Kleintransporter. Der Fahrer lief auf der Fahrbahn umher und soll etwas von der Brücke geworfen haben. Dabei könnte es sich um Stephanie gehandelt haben. Die beiden Männer rechneten mit einem Anruf zur Pannenhilfe und merkten sich – berufsbedingt – das Kennzeichen.

Allerdings kann sich der Zeuge heute nur noch an Kennzeichenfragmente erinnern. Nach Recherchen der Kriminalpolizei muss es sich um ein DDR-Kennzeichen aus den Bereichen der heute zuständigen Polizeipräsidien Dresden und Görlitz handeln.

Folgende Kombinationen kommen in Betracht:

RE 1?-2?

RH 1?-2?

RT 1?-2?

Die Polizei Thüringen fragt nun: Wer kann sich an einen Kleintransporter mit diesen Kennzeichen erinnern?

Filmendes Paar immer noch gesucht

Weiterhin zu erwähnen ist, dass am Sonntag nach Stephanies Verschwinden auf dem Weimarer Marktplatz das ZDF-Sonntagskonzert stattgefunden hat. Viele Touristen hielten sich deshalb in Weimar auf. Ferner wurde durch eine Zeugin, die sich im Goethepark/Am Ochsenauge zur Tatzeit aufgehalten hat, bekannt, dass ein Paar mit einer Kamera am Ochsenauge mit einer Videokamera gefilmt haben soll. Trotz mehrfacher Aufrufe unmittelbar nach der Tat hat sich dieses Paar nie gemeldet. Beide sind wichtige Zeugen.

Die Soko „Altfälle“ ist zu erreichen unter Telefon 03641 811678 oder per E-mail: SokoAltfaelle.Jena@polizei.thueringen.de. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen ist eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Eine Ermittlerin der Soko „Altfälle“ wird den Fall darüber hinaus ausführlich im Fernsehen vorstellen und zwar zum einen am Sonntag, 15. Oktober 2017, 19.50 Uhr in der MDR-Fahndungssendung „Kripo live“ und am Mittwoch, 13. Dezember 2017, 20.15 Uhr in der Sendung „Aktenzeichen XY Ungelöst“

(pm/lsc)