Wie die RUNDSCHAU aus gut informierten Kreisen der Union erfuhr, soll Wissenschaftsministerin Johanna Wanka neue Parteivorsitzende und Spitzenkandidatin für die Landtagswahl werden.

Auf dieses Szenario läuft es zumindest hinaus, nachdem es vor der absehbaren Niederlage der CDU offenbar vorsichtige informelle Sondierungen zwischen dem Lager um Landeschef Ulrich Junghanns und Protagonisten aus dem bisherigen Lager um Vize Sven Petke gab, allerdings nicht mit ihm. Junghanns selbst ist, wie die RUNDSCHAU erfuhr, zu einem solchen „geordneten Übergang“ im Interesse der Partei bereit – und wirkt hinter den Kulissen daran auch mit. Darauf deutete gestern bereits sein Auftritt auf einer Pressekonferenz vor den Sitzungen der engeren und erweiterten CDU-Führungsspitze hin, auf denen jedoch lediglich der weitere Fahrplan beraten, aber noch keine personellen Entscheidungen fallen sollten. Junghanns sagte lediglich, dass die Spitzenkandidatur „noch in diesem Jahr“ geklärt werden solle.

„Wir stehen am Anfang einer Diskussion.“ Er selbst schloss ausdrücklich persönliche Konsequenzen nach der Wahlniederlage nicht aus. „Das kann man nie. Für mich gibt es nie niemals. Ich bin Landesvositzender der CDU. Insofern bin ich verantwortlich für das Ergebnis“, sagte Junghanns.

Die Niederlage müsse „gründlich und tabulos“, nach den öffentlichen Grabenkämpfen der Vergangenheit vor allem aber „intern“ aufgearbeitet werden. Er wolle gemeinsam mit der Union nach Wegen suchen, „wie die Partei wieder in die Offensive komme.“ Es sei, so die Botschaft von Vertretern beider Lager, eine gemeinsame Niederlage. „Ich bin mir ganz sicher, dass es kein Hauen und Stechen geben wird. Davon sind wir geheilt“, sagte etwa Dieter Dombrowski, CDU-Kreischef im Havelland.

Allerdings gibt es Unwägbarkeiten. So wird in Teilen der Partei auch darüber nachgedacht, Ex-Justizministerin Barbara Richstein zur Spitzenkandidatin zu machen.