ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:56 Uhr

Neue Planungsetappe für Lausitzer Kupferbergwerk

Spremberg. Die Vorbereitungen für ein Kupferbergwerk in Spremberg gehen in die nächste Etappe. Mit den nun vorliegenden Ergebnissen von Schall-Untersuchungen wird die Planung präzisiert. 2012 beginnt das Raumordnungsverfahren. Von Simone Wendler

. Für Laien sind die Bilder der seismischen Untersuchungen auf dem Tisch von Thomas Lautsch nur Flächen mit farbigen Klecksen. Für den Geschäftsführer der Kupferschiefer Lausitz (KSL) GmbH in Spremberg liefert die Auswertung dieser Bilder jedoch wichtige Informationen über das Kupfererzgebiet, das sich tief in der Erde von Spremberg über Graustein (beide Spree-Neiße) bis nach Schleife (Görlitz) zieht.

Mehrere Wochen lang waren Spezialfahrzeuge im Frühjahr durch das Gebiet gefahren und hatten auf 80 Quadratkilometern Fläche Schallwellen in die Erde geschickt und deren Reflexion gemessen. Aus den Messwerten wurde von Experten eine räumliche Darstellung des Kupfervorkommens mit zahlreichen geologischen Details entwickelt. Etwa 1,5 Millionen Tonnen des begehrten Metalls lagern in dem Spremberger Gebiet.

Von Interesse für die Kupferfachleute sind Brüche und Faltungen in dem kupferhaltigen Gestein. Sie können daraus wichtige Schlüsse für den Betrieb eines künftigen Bergwerks ziehen. „Wir haben viele neue Informationen bekommen“, sagt Thomas Lautsch über die Auswertung der Schallmessungen. „Manche Erkenntnisse machen es uns einfacher, andere schwieriger.“ Als erfreulich habe sich herausgestellt, dass der „Türkendorfer Graben“, ein großer Bruch im Kupferfeld, schmaler sei als bisher vermutet. Der Blick in die Zukunft sei insgesamt „vorsichtig optimistisch“.

Erfreulich sei auch, so der KSL-Chef, dass sich die bisher geplanten Standorte für die beiden Hauptschächte bestätigt haben. Insgesamt müsse die Bergwerks-planung jedoch nun in vielen Einzelheiten an die neu gewonnenen Erkenntnisse angepasst werden. Das soll, so Lautsch, im Jahr 2012 geschehen. In der zweiten Hälfte des kommenden Jahres soll es auch weitere Erkundungsbohrungen geben.

Parallel dazu treibt die KLS die Wirtschaftlichkeitsberechnungen und die Genehmigungsverfahren für das Hunderte-Millionen-Projekt voran. Die Ergebnisse der seismischen Messungen liefern auch neue Fakten für die Kostenkalkulation der künftigen Kupfergewinnung. In etwa zwei Monaten sollen die Unterlagen für das Raumordnungsverfahren bei der Regionalplanungsbehörde in Cottbus eingereicht werden, so Lautsch. Daran schließt sich ein Planfeststellungsverfahren an, in dem auch intensiv die Umweltverträglichkeit der Kupferförderung geprüft wird. Die Entscheidung, mit dem Bergwerksbau in Spremberg zu beginnen, werde frühestens 2013 fallen, sagt der KSL-Chef.

In einem zweiten Kupferfeld unter Weißwasser gehen trotz vorübergehender technischer Probleme auch die dortigen Erkundungen durch die polnische KGHM Kupfer AG voran. Vier Probebohrungen wurden in diesem Jahr in die Tiefe getrieben. Drei weitere sollen im nächsten Jahr folgen. Im Juli wurden dort auch seismische Messungen vorgenommen.

Thomas Lautsch von der KSL in Spremberg sieht das nicht als Wettlauf oder Konkurrenz an, im Gegenteil. „Gemeinschaft macht stark“, sagt er. „Es ist doch gut, dass sich mehrere für das Kupfer in der Lausitz interessieren.“