Der 49-Jährige bekam 89,4 Prozent. Es war sein bestes Ergebnis nach 77 Prozent im Jahr 2005 und 82,5 Prozent im Februar. Der Vereinbarung folgend, wählten die Delegierten den Cottbuser WASG-Politiker Christian Eicke zu seinem Stellvertreter. Allerdings kam er nur auf 76,1 Prozent. Für die Bundestagsabgeordnete der Linken, Kirsten Tackmann, stimmten 94,4 Prozent.
Mit Saalfeuerwerk, Riesentorte und rhythmischem Klatschen zum russischen Volkslied Kalinka feierten die Delegierten die Geburt der neuen Linken. Die Linkspartei brachte knapp 9500, die WASG 194 Mitglieder in die neue Partei ein. Bis zum ersten regulären Parteitag im Januar 2008 kommt dennoch ein Fünftel der 20 Vorstandsmitglieder von der WASG. Dann wird neu gewählt. Nord betonte, die Linke vertrete Positionen, die die Mehrheit der Bevölkerung teile. Die gesellschaftliche Debatte habe sich nach links verschoben. Die Linke könne in Brandenburg die SPD von Ministerpräsident Matthias Platzeck überholen.
Es werde aber keine Koalition um jeden Preis oder von vornherein als Juniorpartner geben: „Gleiche Augenhöhe ist angesagt, Herr Ministerpräsident.“ Die Linke sei nicht für ein paar Posten zu haben. Ziel der Linken sei ein sozialer und ökologischer Aufbruch. Der Erfolg der neuen Partei werde die Angriffe der politischen Gegner verschärfen. Darum rief Nord die Partei zur Geschlossenheit auf.
Aus den Reihen der WASG hatte es zuvor skeptische Äußerungen zu möglichen Regierungsbeteiligungen gegeben. Allerdings hatte Eicke vor dem Parteitag bereits klargemacht, dass er für politische Veränderungen angetreten sei. Dazu sei Regierungsverantwortung am besten geeignet.
Eicke betonte: „Die DDR ist nicht unser Staat und erst recht nicht unser Ziel.“ Das Grundgesetz sei wert, vor Angriffen und Aufweichungen geschützt zu werden. Es gebe aber auch Spielraum für Veränderungen. „Das Grundgesetz schreibt den Kapitalismus nicht fest.“ Ziel sei die „Schaffung einer sozialen, gerechten und menschlichen Gesellschaft“ .
Der 1959 in Niedersachsen geborene Eicke arbeitet seit 1991 in Brandenburg. Seit 1997 ist er Richter am Landgericht Cottbus. Vor seinem Wechsel zur WASG war er von 1987 bis 2005 Mitglied der SPD.