Hochgefährliche Krankheitserreger, die nicht oder kaum auf Antibiotika reagieren, werden in deutschen Krankenhäusern zum wachsenden Risiko. Es geht um Keime, die resistent sind oder nur mäßig empfindlich auf die Medikamente reagieren. Ihr Anteil an der gemessenen Keimbelastung insgesamt ist in den vergangenen Jahren in Hunderten Kliniken deutlich gestiegen. Das geht aus einer Liste aus dem Bundesgesundheitsministerium hervor, die am Donnerstag in Berlin öffentlich wurde.

Je n ach Bakterien-Art stieg der Anteil an Keimen, die gegen alle Breitband-Antibiotika wenig oder gar nicht empfindlich sind, an den insgesamt gemessenen Keimen in den vergangenen fünf Jahren um 50 bis 200 Prozent. Die Daten stammen aus einem Kontrollprojekt, bei dem Kliniken ihre einschlägigen Daten mitteilen .

Für Wirbel sorgten bereits Anfang September Meldungen aus Düsseldorf. Am dortigen Uni-Klinikum wurden mehrere Fälle von VRE-Bakterien (Vancomycon-resistente Enterokokken) bekannt. Als Ursachen für die Entwicklung resistenter Keime gelten eine allzu sorglose Gabe von Antibiotika sowie der Antibiotika-Einsatz in der Tierzucht.

Experten warnen bereits vor neuen Keimen. Extrem gefährlich seien aus Indien und Pakistan kommende Keime mit dem NDM-1-Resistenz-Gen. NDM-1 steht für Neu-Delhi-Metallo-Beta-Lactamase, also Bakterien, die nach einer Mutation ihre Resistenz gegen mehrere Antibiotika stark erhöht haben. Alle gängigen Antibiotika versagen. Themen des Tages Seite 3