Dramatische Bilder bieten sich Generalleutnant Peter Schelzig aus der Luft. Bei seinem Anflug aus Köln hat der Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos ausreichend Gelegenheit, die Hochwasserlage der Region Elbe-Elster ausgiebig in Augenschein zu nehmen. Die Tatsache, dass ihm unterstellte Soldaten aktiv dabei sind, die Lage in den Griff zu bekommen, erfülle ihn mit Stolz, sagt er am Beginn des Appells zur Aufstellung des Hubschraubergeschwaders 64. Ähnlich der Situation am Boden, so der General, befinde sich auch die Bundeswehr in sehr bewegten Zeiten. Auch wenn eine Entscheidung hinsichtlich des Fliegerhorstes noch nicht gefallen sei, kann er sagen, dass “die Luftwaffe ein großes Interesse hat, den Standort Holzdorf zu erhalten„.

Gute Karten für Standort

Ideale Bedingungen vor Ort und die Tatsache, dass alle gängigen Flugzeugtypen hier starten und landen können, sprechen klar für dessen Erhalt. Zudem, so der ranghohe Militär weiter, halte die Bundeswehr am Aufbau der in Holzdorf stationierten Kerngruppe der CSAR (Combat Search and Rescue, zu deutsch: Bewaffnete Suche und Rettung) fest. Auch wenn, wie er auf RUNDSCHAU-Nachfrage bestätigt, die Bundeswehr den neuen Hubschrauber NH90 für diese Aufgabe nicht für geeignet hält. Von den insgesamt drei Staffeln des künftigen Geschwaders werden deshalb vorerst nur zwei aufgebaut. Die dritte, eine reine CSAR-Staffel, wird erst in Angriff genommen, wenn auch die Frage des passenden Fluggerätes geklärt ist.

Zum Kommodore der Einheit wird nach vorheriger Außerdienststellung der Lufttransportgruppe LTG 62 Oberstleutnant Frank Best ernannt. Der 46-Jährige erfüllte in seiner bisherigen Dienstzeit schon zahlreiche Führungsaufgaben. Für die bevorstehende Arbeit sei er bestens vorbereitet, betonte er. “Wir sind der jüngste fliegende Verband der Bundeswehr und zugleich das einzige Hubschraubergeschwader der Luftwaffe. Wir sind diejenigen, die den Ruf des Geschwaders begründen werden„, appellierte er kämpferisch an seine Unterstellten.

Neue Struktur

Derzeit unterstehen Frank Best etwa 800 Soldaten und 150 zivile Mitarbeiter. Unter der neuen Struktur werden es insgesamt 1200 Unterstellte sein. Mit Aufstellung des Geschwaders zieht auch der erste NH90 am Standort ein. In den kommenden Wochen und Monaten soll deren Zahl kontinuierlich wachsen. svg1