UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihr saudiarabischer Kollege Saud el Faisal bemühten sich gestern parallel, dem Friedensprozess neues Leben einzuhauchen. Während Ban in Jerusalem für ein Treffen des Nahost-Quartetts mit Israelis und Palästinensern warb, billigten die Außenminister der Arabischen Liga eine Neuauflage des saudiarabischen Friedensplan von 2002 ohne Änderung. Israel nahm die Initiativen positiv auf.

Konsultationen notwendig
Ban bezeichnete eine Zusammenkunft der Vertreter des Quartetts aus Vereinten Nationen, Europäischer Union, USA und Russland mit Israelis und Palästinensern als eine "sehr interessante und nützliche Idee". Allerdings seien dafür Konsultationen notwendig, sagte der UN-Generalsekretär nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsident Ehud Olmert. Olmert sagte, er sei zu einem Treffen mit Vertretern gemäßigter arabischer Staaten bereit.
Die israelische Zeitung "Haaretz" zitierte Ban mit den Worten, das Nahost-Quartett wolle sein arabisches Pendant aus Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Emiraten sowie Israelis und Palästinenser schon zu seinem nächsten Treffen in zwei Monaten an einen Tisch holen. Ban war am Sonntagabend in Jerusalem auch mit Rice zusammengekommen.
Faisal warb vor den arabischen Außenministern in Riad nachdrücklich für die Neuauflage des Friedensplans, den der frühere saudiarabische Kronprinz und heutige König Abdallah vor fünf Jahren lanciert hatte. Dieser Plan sei "das beste Mittel, um zu einer gerechten und globalen Lösung nicht nur der palästinensischen Frage, sondern aller Aspekte des arabisch-israelischen Konflikts zu kommen". Die Außenminister sollten das Gipfeltreffen der Arabischen Liga morgen und Donnerstag vorbereiten.
Die beim Gipfel in Beirut 2002 erstmals gebilligte saudiarabische Initiative sieht vor, dass die arabische Welt ihre Beziehungen zu Israel normalisiert, wenn Israel sich auf seine Grenzen von 1967 zurückzieht. Außerdem sind die Gründung eines palästinensischen Staates und eine Regelung der Flüchtlingsfrage vorgesehen. Die Flüchtlingsfrage ist einer der strittigsten Punkte.

Fortführung des Dialogs
Für die saudiarabische Initiative sprach sich auch Olmert aus. Wenn gemäßigte arabische Staaten den Nahost-Friedensprozess im Rahmen des bereits vor fünf Jahren vorgelegten Plans unterstützen würden, würde er dies als "eine sehr positive Entwicklung" ansehen, sagte er. Nach seinem Treffen mit Ban sicherte Olmert Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zudem eine Fortführung des Dialogs zu. Laut palästinensischem Chefunterhändler Sajeb Erakat bekräftigte Abbas gegenüber Rice seinen Willen zu substanziellen Gesprächen über den Friedensprozess. (AFP/cd)