Aus mehreren Orten gab es gestern Berichte, wonach Soldaten im georgischen Kernland Waffenarsenale und Militärbasen zerstörten. Georgische Medien berichteten von Explosionen unter anderem in der Stadt Gori. Der Generalstab in Moskau betonte, man führe in der von Flucht und Vertreibung gekennzeichneten Region keinen Krieg mehr. Die Lage der Flüchtlinge war weiter verheerend. Nach Angaben der EU-Kommission benötigen etwa 150 000 Menschen rasch Hilfe.
Die USA schlugen moderatere Töne an. Verteidigungsminister Robert Gates erklärte, Washington halte in der derzeitigen Lage kein militärisches Eingreifen in dem Konflikt für nötig. Die USA hätten 45 Jahre lang sehr hart daran gearbeitet, einen militärischen Konflikt mit Moskau zu vermeiden, und sähen "keinen Grund, diesen Ansatz heute zu ändern". Die Mission von militärischer Seite beschränke sich derzeit ausschließlich auf humanitäre Hilfe. Russland hatte verärgert auf Forderungen aus den USA reagiert, Moskau international zu isolieren.
Die USA erwägen ein Ende des Nato-Russland-Rats, in dem die 26 Nato-Staaten und Moskau seit 2002 eng zusammenarbeiten. Der neue US-Botschafter bei der Nato, Kurt Volker, sagte der ARD gestern zu einer möglichen Auflösung des Gremiums: "Ich denke, wir müssen das in Betracht ziehen."
US-Außenministerin Condoleezza Rice legte auf ihrem Weg nach Tiflis einen Zwischenstopp in Südfrankreich ein, um mit Präsident Nicolas Sarkozy über die Kaukasuskrise zu beraten.
Aus Protest gegen den Kriegseinsatz Russlands beschloss das Parlament in Tiflis den Austritt Georgiens aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten. Die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gegründete GUS sei von Moskau dominiert, hieß es. (dpa/cd)
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