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| 01:08 Uhr

Neue Gefechte im Westirak

Bagdad/Kairo.. Die US-Armee im Irak hat zwei weitere führende Mitglieder des entmachteten Regimes von Saddam Hussein in Gewahrsam genommen. Beide stehen auf Washingtons Liste der 55 meistgesuchten Iraker.


In den westirakischen Städten Ramadi und Falludscha gerieten amerikanische Soldaten in der Nacht zu gestern erneut unter Beschuss. Angaben über mögliche Opfer gab es zunächst nicht. US-Soldaten beschlagnahmten unterdessen größere Mengen Waffen und Munition, die nach Einschätzung der US-Armee für Angriffe auf die Besatzungsmächte bestimmt waren.
Das US-Zentralkommando in Bagdad erklärte, Misban Chudr Hadi, der seit 1991 Mitglied des Revolutionären Kommandorats war, habe sich den US-Soldaten in der irakischen Hauptstadt gestellt. Anfang Mai hatte die US-Armee in Bagdad bereits Hadis Festnahme gemeldet. Weiter gab das Zentralkommando die Festnahme von Ex-Innenminister Mahmud Dhijab el Ahmed bekannt.
Laut US-Zentralkommando fiel Soldaten an einem Kontrollpunkt zwischen Ramadi und El Assad im Westirak am Dienstag ein Fahrzeug mit bis zu 500 Panzerfäusten auf. Die vier irakischen Insassen wurden festgenommen. Nördlich von Mahmudia fanden US-Soldaten ein Versteck mit mehr als drei Lastwagen-Ladungen Panzergranaten. An einer Straße bei Tell Afer entdeckten sie zwölf panzerbrechende Waffen.
Nach Angaben des arabischen TV-Senders El Dschasira griffen Iraker das Hauptquartier der Amerikaner in Falludscha in der Nacht mit Panzerfäusten an. Auch eine US-Patrouille in der Region sei von Irakern attackiert worden. Der Reporter des Senders in der Nachbarstadt Ramadi berichtete von nächtlichen Gefechten zwischen Irakern und US-Soldaten.
Zwei arabische Sender hatten am Dienstag ein Saddam Hussein zugeschriebenes Tonband veröffentlicht, in dem er die Iraker zum Widerstand gegen die Besatzungstruppen aufforderte. Am selben Tag durchsuchten US-Soldaten ein Gebäude in der Innenstadt von Bagdad, nachdem Anwohner erklärt hatten, sie hätten den verschwundenen Ex-Präsidenten dort am Vortag gesehen.
Ein Zusammenschluss von internationalen Bürgerrechts- und Friedensgruppen will den Besatzungsmächten im Irak künftig auf die Finger sehen. "Der Schutz der Rechte und der Sicherheit der irakischen Bevölkerung ist die juristische und moralische Verantwortung der Koalitionstruppen", sagte der Amerikaner Ted Lewis gestern in Bagdad bei der Präsentation eines neu gegründeten "Besatzungs-Beobachtungs-Zentrums" in Bagdad. Das Zentrum will unter anderem Menschenrechtsverletzungen sowie die mangelnde Versorgung der Bevölkerung mit grundlegenden Dienstleistungen wie Strom und Wasser untersuchen.
Unterdessen traf der künftige Kommandeur der polnischen Zone im Irak, General Andrzej Tyszkiewicz, mit seinem Führungsstab in der südlich von Bagdad gelegenen Stadt Hilla ein. Das polnische Kontingent von rund 2000 Soldaten soll Anfang August im Irak eintreffen. (dpa/hoe)