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| 01:40 Uhr

Neue Energieregion GmbH glaubt an Lausitzer Stärken

Zufriedene Gesichter: Lothar Nicht, Dieter Friese, Klaus Richter, Stephan Loge und Titus Faustmann (v.l.). Foto: Sascha Klein
Zufriedene Gesichter: Lothar Nicht, Dieter Friese, Klaus Richter, Stephan Loge und Titus Faustmann (v.l.). Foto: Sascha Klein FOTO: Sascha Klein
Am Ende hatten die vier Lausitzer Landräte und der Cottbuser Beigeordnete Grund zum Strahlen. Nach zum Teil monatelanger Diskussion haben sie am Mittwoch im Kreishaus in Forst (Spree-Neiße) Vollzug gemeldet – und ihre Unterschriften unter die Gründungsurkunde der Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH gesetzt. Von Sascha Klein

"Wir haben heute einen Weg begonnen, der zum Nutzen aller in unserer Region sein wird", sagte Spree-Neiße-Landrat Dieter Friese (SPD). Es sollte nicht der einzige bedeutsame Satz an diesem Tag bleiben. "Es wird uns großen Spaß machen, Metropolen zu vernetzen", betonte Stephan Loge (SPD), Landrat in Dahme-Spreewald. Tatsächlich hatten die Verwaltungschefs zwischen Herzberg (Elbe-Elster) und Forst (Spree-Neiße) eine Menge zu tun, um ihre Kreistage davon zu überzeugen, dass eine Energieregion Lausitz-Spreewald langfristig von Nutzen sein wird. "Leicht war es bei uns allen nicht", so Loge rückblickend. Immerhin hätten Interessen von Kommunen im Berliner Speckgürtel bis an die sächsische Landesgrenze unter einen Hut gebracht werden müssen. Vor allem Elbe-Elster-Landrat Klaus Richter (SPD) hatte im Kreistag mit Vorbehalten zu kämpfen. Schließlich votierte jedoch auch dieser deutlich für die GmbH-Gründung.Neue GmbH sitzt in CottbusDie neue Gesellschaft wird bereits in den kommenden Tagen ihre Arbeit aufnehmen - mit einem Interimsgeschäftsführer. Innerhalb der kommenden Wochen soll laut Dieter Friese ein hauptamtlicher Geschäftsführer gefunden sein, Stammsitz der GmbH wird Cottbus, eine Außenstelle sei in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) vorgesehen. Dort ist noch bis 2010 der Sitz der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land. Die GmbH soll drei bis vier Mitarbeiter bekommen, die Gesellschafter setzen auf schlanke Strukturen. Innerhalb der GmbH gibt es künftig fünf thematische Foren, die jeweils federführend von einem Landkreis betreut werden. Dahme-Spreewald betreut das Thema Infrastruktur, Cottbus Forschung und Bildung, Oberspreewald-Lausitz Tourismus und neue Landschaften, Spree-Neiße Wirtschaft sowie Elbe-Elster Klimaschutz, ländliche Entwicklung und länderübergreifende Zusammenarbeit. Die einzelnen Foren kommen ab der kommenden Woche zusammen und beraten über erste Projektideen. Schiene und Straße im FokusDas Forum Infrastruktur, so betonte Stephan Loge, will sich vor allem für bessere Bahnverbindungen zwischen Cottbus und Berlin sowie Berlin und Dresden einsetzen. Auch eine Verbindung zwischen der Hauptstadt und dem südpolnischen Industriegebiet, die Verbindung von Forst nach Breslau, stehe im Fokus. Ebenso solle ausgelotet werden, welche Chancen auf einen Ausbau der Bundesstraßen von Frankfurt (Oder) nach Herzberg Richtung Leipzig bestehen.Das Forum Wirtschaft werde darüber beraten, ob die Energieregion ein gemeinsames Indus trie- und Gewerbegebietskataster erstellen wird, sagte Spree-Neiße-Landrat Friese. "Uns darf in der Lausitz kein Investor durch die Lappen gehen", betonte er. Auf vorhandene Ressourcen soll im von der Cottbuser Stadtverwaltung moderierten Forum "Forschung und Bildung" zurückgegriffen werden, so der Beigeordnete Lothar Nicht (Linke). Auf der Ideenliste stehen unter anderem engere Verflechtungen mit dem Geo-Forschungsinstitut in Potsdam und der Halbleiter-Forschung in Frankfurt (Oder). Auch die stoffliche Verwertung von Kohlenstoffdioxid stehe aufgrund der aktuellen Debatte um die Lagerung des Gases ganz oben auf der Agenda.Durch den neuen Zusammenschluss sehen die Lausitzer Verwaltungschefs die Region nachhaltig gestärkt: "Wir sind jetzt so aufgestellt, dass man uns in Potsdam und darüber hinaus wahrnehmen wird", so Dieter Friese.