Noch steht das aber nicht fest. "Aber es ist ja noch Zeit", merkte Linken-Fraktionschef Rico Gebhardt gestern süffisant an. "Der Buß- und Bettag ist ein guter Tag für manche, nachzudenken über die Sachen, die sie auf dem CDU-Landesparteitag gesagt haben." Da hatten die Delegierten der Regierungspartei nach Trauerbekundungen für die Opfer von Paris dem CSU-Chef Horst Seehofer zugejubelt und sich mit ihm ausgesprochen für Obergrenzen in der Flüchtlingsaufnahme und für zeitweilige Kontrollen an den EU-Binnengrenzen. Nicht nur die Opposition, auch der kleine Koalitionspartner SPD fühlt sich dadurch herausgefordert. Viel Gesprächsbedarf also am morgigen Donnerstag im Dresdner Landtag.

Die Regierungsfraktionen von CDU und SPD haben eine Aktuelle Debatte zu den Terroranschlägen und ihren Folgen beantragt. "Es war uns ein dringendes Bedürfnis, das Thema in die Tagesordnung aufzunehmen", sagt die SPD-Abgeordnete Hanka Kliese. Die Ängste nach den Pariser Ereignissen vom Freitag kann sie nachvollziehen, "nicht alles davon kann man als irrational abtun".

Zur Sprache kommen soll dann auch der in der Koalition umstrittene Familiennachzug für Flüchtlinge. Hier hatte sich die CDU auf ihrem Parteitag hinter die CSU-Forderung nach klaren Begrenzungen gestellt. Ein rotes Tuch für die SPD. "Integration ist uns sehr wichtig, und Menschen integrieren sich nun mal gemeinsam", betonte SPD-Frau Kliese am gestrigen Dienstag. Die Linken haben eine zweite Aktuelle Debatte eingereicht, die Möglichkeiten der Integration über Ausbildung, Sprache und Beschäftigung erörtern soll.