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| 01:03 Uhr

Neue Dokumente sollen Bush entlasten

Washington/Bagdad.. Angesichts der Debatte um ein angebliches Atomwaffenprogramm des gestürzten irakischen Regimes von Saddam Hussein hat die US-Regierung am Wochenende neue Geheimdienst-Dokumente vorgelegt.

Die Vorlage der Dokumente soll nach Einschätzung von US-Medien vor allem dazu dienen, der wachsenden Kritik an Präsident George W. Bush zu begegnen. Den am Freitagabend vorgelegten Dokumenten zufolge warnten die amerikanischen Geheimdienste das Weiße Haus im Oktober 2002 davor, dass der damalige irakische Präsident bis zum Ende des Jahrzehnts fähig sein könnte, Atomwaffen zu besitzen.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass es unterschiedliche Auffassungen über den Grad der Gefahr gab. Das US-Außenministerium hatte nach den jetzt veröffentlichten Dokumenten ausdrücklich vor zweifelhaften Berichten gewarnt, nach denen der Irak versuche, in Afrika Uran zu kaufen. Der zusammenfassende Geheimdienstbericht, zu dem sechs Nachrichtendienste Informationen beigesteuert hatten, kam zu dem Schluss, dass der Irak zwar keine Nuklearwaffen oder auch nur ausreichend Material zum Herstellen von Atombomben habe, Saddam Hussein aber versuche, sich diese Waffen zu verschaffen. Es sei davon auszugehen, dass Bagdad nach dem Abzug der UN-Waffeninspekteure im Dezember 1998 sein Atomprogramm wieder aufgenommen habe.
Unterdessen sieht sich Präsident Bush neuen Medien-Vorwürfen wegen seiner Begründung des Krieges ausgesetzt. So habe das Weiße Haus den Geheimdienst CIA nicht zur Überprüfung eingeschaltet, als Bush im September 2002 den Vorwurf erhob, der Irak könne innerhalb von 45 Minuten einen Angriff mit Bio- oder Chemiewaffen starten, berichtete die "Washington Post" gestern. Bush hatte sich auf britische Informationen berufen. (dpa/kr)