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Neue Dimension der Kriminalität in Köln

Gestern Abend demonstrierten Frauen vor dem Kölner Dom.
Gestern Abend demonstrierten Frauen vor dem Kölner Dom. FOTO: dpa
Köln. Nach den Übergriffen auf Frauen vorm Hauptbahnhof Köln in der Silvesternacht ist zu den Tätern wenig bekannt. Bei der Polizei gingen inzwischen 90 Anzeigen ein. Auch auf Hamburgs Reeperbahn soll es Übergriffe gegeben haben. dpa/bf

Dutzende Frauen sollen in der Silvesternacht auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz aus einer Gruppe von etwa 1000 Männern heraus angegriffen worden sein. Die Polizei hatte von Sexualdelikten in massiver Form und von einer Vergewaltigung gesprochen.

Aber weiterhin ist unklar, wer die Täter sind. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte am Dienstag, die Behörden hätten keinerlei Hinweise, dass es sich um Flüchtlinge handele. Entsprechende Vermutungen halte sie für "absolut unzulässig". "Wir haben derzeit keine Erkenntnisse über Täter", sagte Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers.

Als Konsequenz aus den Übergriffen will die Stadt Köln ihre Sicherheitsvorkehrungen für Großveranstaltungen verschärfen. "Wir haben heute Morgen gemeinsam Maßnahmen entwickelt, die dazu führen sollen, dass es solche Vorfälle hier nie wieder gibt", sagte Reker. "Ebenso wichtig ist aber auch, dass wir uns das Karnevalfeiern nicht nehmen lassen durch solche Vorfälle."

Albers kündigte mit Blick auf Karneval an: "Nun werden wir deutlich die Präsenz erhöhen." Die Polizei werde uniformierte und zivile Kräfte einsetzen sowie mobile Videoanlagen einrichten.

Auch die Polizei in Hamburg ermittelt wegen einer Reihe von sexuellen Übergriffen auf junge Frauen in der Silvesternacht. Die Opfer seien jeweils von mehreren Männern an der Reeperbahn umringt und an der Brust oder im Intimbereich begrapscht worden, sagte Polizeisprecher Holger Vehren am Dienstag. Zugleich hätten ihnen die Täter Handys, Papiere und Geld weggenommen. Bislang seien zehn Fälle angezeigt worden. Die Frauen seien im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Das Landeskriminalamt ermittele wegen sexueller Beleidigung sowie wegen Raubes und räuberischen Diebstahls.

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