"Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung wird bei der Lösung vieler Probleme in der derzeitigen Krise helfen und andere ermutigen, sich uns anzuschließen", sagte Staatspräsident Dschalal Talabani bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Die Gespräche wurden von dem sunnitischen Vizepräsidenten Tarik el Haschemi und seiner Nationalen Einheitsfront boykottiert. Ma likis Regierung ist wegen des Rückzugs mehrerer sunnitischer Minister nahezu handlungsunfähig.

Mehr als 500 Tote
Zwei Tage nach dem verheerenden Blutbad im Nordwesten des Iraks haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Die Selbstmordattentäter von Sindschar haben nach offiziellen Angaben von gestern mehr als 500 Menschen mit in den Tod gerissen. In der kurdischen Autonomieregion im Nordirak wurde der gestrige Tag zum offiziellen Trauertag erklärt. In den von jesidischen Kurden bewohnten Dörfern wurden die Bergungsarbeiten fortgesetzt. Ministerpräsident Nuri al-Maliki stellte Hilfsgelder in Aussicht.
Unterdessen haben Iranische und türkische Soldaten gestern nach Angaben der irakischen Sicherheitskräfte gleichzeitig Stellungen kurdischer Kämpfer im Nordirak angegriffen. Ein Sprecher der Regionalgarde der kurdischen Autonomieregierung in Erbil sagte, mehrere Dörfer im Umkreis der Ortschaft Sidkan seien von den Truppen der beiden Nachbarstaaten mit Artilleriefeuer belegt worden. Felder seien abgebrannt. Dorfbewohner hätten ihre Häuser verlassen. Zu möglichen Opfern machte er keine Angaben.
Die Angriffe galten nach Einschätzung der Regionalgarde, die aus Milizionären der beiden großen irakischen Kurdenparteien besteht, Stellungen der PKK und der PJAK. Die in der Türkei illegale kurdische Arbeiterpartei PKK, die gegen die türkische Armee kämpft, soll am Kandil-Berg im Nordirak rund 4000 Kämpfer stationiert haben. In der Türkei wurden die Berichte allerdings nicht bestätigt. (dpa/AFP/cd)