Für Jürgen Bergmann hat ein neues Zeitalter begonnen. "Erstmals seit 20 Jahren bin ich wieder Angestellter in einer Firma." Der Gründer und langjährige Inhaber der Kulturinsel Einsiedel und der Künstlerischen Holzgestaltung arbeitet ab sofort als Strategieentwickler und Berater für das neu gegründete Unternehmen.

Dass sein Name in der Firmenbezeichnung erhalten bleibt, hat einen gewichtigen Grund: "Der Name Bergmann ist in der Freizeitbranche zu einer weit beachteten Marke geworden, die erhalten bleiben soll." Anteilseigner der Künstlerische Holzbearbeitung Bergmann GmbH sind die in Dresden ansässige Haeswe GmbH, die französische Firma France Loc sowie Jürgen Bergmanns Lebensgefährtin Doreen Stopporka, die auch als Geschäftsführerin fungiert.

Haeswe ist ein Medienunternehmen, das unter anderem die Zeitschrift "Spießer" herausgibt. "France Loc ist ein Unternehmen aus der Freizeitbranche, mit dem wir schon seit vielen Jahren eng zusammenarbeiten", berichtet Jürgen Bergmann. Doreen Stopporka schließlich arbeitet bereits seit zwölf Jahren im Firmenverbund und hat "sämtliche Hierarchiestufen durchlaufen".

Dass nicht sie als Geschäftsführerin, sondern Jürgen Bergmann als Berater über die neueste Entwicklung Auskunft gibt, hat einen Grund: "Doreen Stopporka ist vor wenigen Tagen zum zweiten Mal Mutter geworden. Wenn das kein gutes Omen für den Neuanfang ist."

Von der zu einem früheren Zeitpunkt angekündigten strukturellen Trennung der beiden Geschäftsbereiche - dem Freizeitpark und der Holzgestaltung - ist keine Rede mehr. Darauf angesprochen, winkt Bergmann ab: "Das haben wir doch 20 Jahre lang versucht, und es hat nur Kosten verursacht."

Die Zahl der fest angestellten Mitarbeiter ist von einst bis zu 170 auf derzeit circa 100 gesunken und soll auf diesem Level bleiben. Als einer der Gründe für die Insolvenz war im Frühjahr der Umstand benannt worden, dass die Künstlerische Holzgestaltung "zu schnell zu stark gewachsen" sei.

An der Ausrichtung des Unternehmens wird sich laut Jürgen Bergmann allerdings nicht viel ändern: "Wir entwickeln und bauen weiterhin Unikate für Freizeitparks." Erst im September präsentierte man sich auf der wichtigsten europäischen Freizeitmesse, der "Euro Attraction Shows" in Paris. Die Auftragsbücher sind laut Bergmann prall gefüllt.

Um die Produktion ganzjährig effektiver zu gestalten, plant die Künstlerische Holzgestaltung Bergmann, die Arbeitshalle zu überdachen. Der zweite Standort in Markersdorf hingegen wurde geschlossen. In der wärmeren Jahreszeit ist die Halle als Indoor-Spieleland nutzbar. "Wir wollen auch verstärkt in unsere Wasserspielelandschaft investieren, denn die heißen Tage des zurückliegenden Sommers haben gezeigt, dass darin sehr viel Potenzial liegt", sagt Bergmann. Generell soll sich die Kulturinsel "ein Stück schneller als bisher geplant", in Richtung Destination für den Kurzurlaub entwickeln. Dabei will sie von den Erfahrungen des neuen Teilhabers France Loc profitieren - diese ist immerhin die fünftgrößte französische Firma in der Branche.

Doch auch in die unmittelbar bevorstehende Zukunft richtet sich der Blick. Das Restaurant und der vordere Parkteil bleiben auch im kommenden Winter geöffnet. Als neue Attraktion erwartet ein Vogelbeobachtungshaus die Besucher - wer Jürgen Bergmann kennt, weiß, dass dies nicht ohne Überraschungen abgehen dürfte. Schließlich sollen vier Baumhäuser auch in der kälteren Jahreszeit für Übernachtungsgäste zur Verfügung stehen.

Und schließlich das für Jürgen Bergmann Wichtigste: "Für den Rest der Saison gewähren wir allen Besuchern einen Euro Rabatt - als Dankeschön für das Vertrauen in der zurückliegenden schweren Zeit."