Dabei geht es um die Gebühren des Stromnetzbetriebs, die über sogenannte Netzentgelte auf die Endkunden umgelegt werden. In Bundesländern, in denen besonders viel Strom aus Wind, Sonne und Biomasse erzeugt wird, darunter Brandenburg, fallen bislang die höchsten Leitungsgebühren an.

Diese Kosten entstehen durch die Investitionen in den erforderlichen Netzausbau, um Wind- und Solarparks anzuschließen. Dazu kommen die Aufwendungen für die immer häufiger nötigen Regulierungseingriffe zur Netzstabilisierung.

Dazu gehören auch die Kosten für das Hoch- und Herunterfahren konventioneller Kraftwerke und das Drosseln von grüner Stromerzeugung. Der ostdeutsche Übertragungsnetz-Betreiber 50Hertz gab dafür allein im Jahr 2015 fast 350 Millionen Euro aus, das Vierfache des Vorjahres. Die Netzentgelte in Ostdeutschland liegen derzeit etwa 40 Prozent höher als im Altbundesgebiet. Ostdeutsche Ministerpräsidenten laufen seit Jahren dagegen Sturm.

Laut Woidke will der Bund noch in diesem Jahr die Übertragungsnetzentgelte vereinheitlichen und ab 2018 die sogenannten vermiedenen Netzentgelte schrittweise senken. Diese Zahlungen erhalten Grünstromerzeuger dafür, dass sie die Übertragungsnetze nicht in Anspruch nehmen, weil sie anders als Großkraftwerke an den regionalen Stromverteilnetzen angeschlossen sind.

Brandenburger zahlen nach Angaben der Landesregierung deutschlandweit die höchsten Leitungsgebühren. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden bedeutet das jährlich rund 90 Euro mehr als für einen vergleichbaren Haushalt in Nordrhein-Westfalen.