Kommende Woche werde er in der Knesset eine Regierung der nationalen Einheit vorstellen, sagte Netanjahu bei einem Treffen mit der Likud-Fraktion im Parlament. Um das Regierungsbündnis nach der am Dienstag erzielten Einbindung der Arbeitspartei auf eine noch breitere Grundlage zu stellen, verhandelte der Likud mit der ultrarechten Siedlerpartei Jüdisches Heim, die im 120 Abgeordnete zählenden Parlament über drei Mandate verfügt. Der Likud-Chefunterhändler Gidon Saar erwartete für Mittwoch die Unterzeichnung einer Koalitionsvereinbarung.Außer dem Likud und der Arbeitspartei sind an dem Regierungsbündnis bereits die streng religiöse Schas-Partei und die Rechtsaußenpartei Unser Haus Israel von Avigdor Lieberman mit zusammen 66 Abgeordneten beteiligt. Der Likud verhandelt auch noch mit der ultra-orthodoxen Partei Vereinigtes Tora-Judentum, die weitere fünf Mandate einbringen könnte.Geheime VereinbarungMit der Partei Unser Haus Israel (Israel Beitenu) schloss Netanjahu dem Armeerundfunk zufolge eine geheime Vereinbarung über den Ausbau einer jüdischen Siedlung in einem besonders sensiblen Abschnitt des israelisch besetzten Westjordanlands. Durch den Bau von rund 3000 Wohnungen, aber auch von Büros und Geschäften, soll die 33 000 Einwohner zählende Siedlung Maale Adumim mit Ost-Jerusalem verbunden werden.Verpflichtung gegenüber USAUm Washington nicht zu irritieren, sei die Einigung nicht schriftlich niedergelegt, sondern mündlich getroffen worden, hieß es im Rundfunk. Israel hatte sich 2005 gegenüber den USA verpflichtet, das Bauprojekt auf Eis zu legen. Die Palästinenser hatten zuvor heftig gegen Ausbauplanungen protestiert, weil das Westjordanland dadurch zweigeteilt und die Bildung eines unabhängigen Palästinenserstaats erschwert würde.Auf einer Wirtschaftskonferenz in Jerusalem sagte Netanjahu, er werde Friedensgespräche mit der palästinensischen Autonomiebehörde führen. Seine Regierung werde ein "Partner für Frieden, Sicherheit und einer schnellen Entwicklung der palästinensischen Wirtschaft" sein.Die Autonomiebehörde begrüßte unterdessen die Äußerungen von US-Präsident Barack Obama. Dieser hatte sich während einer Pressekonferenz am Dienstag (Ortszeit) zum Friedensprozess im Nahen Osten und zu einem eigenständigen Palästinenserstaat an der Seite Israels bekannt. Der Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte, die US-Regierung müsse Druck auf die künftige israelische Regierung ausüben, damit diese die Siedlungspolitik beende und eine Zwei-Staaten-Lösung akzeptiere. AFP/das