Über die Regional-Leitstelle wurde die Freiwillige Feuerwehr Rietschen alarmiert. Der Fachberater Gefahrgut sowie der zuständige Kreisbrandmeister Henry Kossack waren ebenfalls vor Ort. "Der Fund wurde in einen luftdichten Behälter verpackt und in einem Schrank im Chemielabor verschlossen bis zum Eintreffen einer Fachfirma, die die Entsorgung vornimmt", so Kossack. Er betont: "Zu keiner Zeit bestand Gefahr."

Sarin ist ein Nervengas und wirkt schon in kleinen Mengen tödlich. Die Herstellung und Lagerung sind durch die Chemiewaffenkonvention seit 1993 verboten. Zuletzt war Sarin ins Gerede gekommen, weil der Verdacht bestand, dass in Syrien das Giftgas eingesetzt worden ist. Das Gift ist ein heimtückischer Killer. Es ist geruchs- und geschmacklos, wirkt im Körper verheerend. Das Gift versetzt die menschlichen Zellen in einen Zustand dauernder Erregung. Das hält der Körper nicht aus, Vergiftete ersticken oder fallen ins Koma und sterben.

Diese Gefahr bestand in Rietschen allerdings nicht. Die Fläschchen mit dem giftigen Inhalt befanden sich in einem kleinen Karton in einem verschlossenen Schrank. Gefunden wurden diese verschlossenen Prüfröhrchen, so der Kreisbrandmeister, bei der Inventur des Chemielabors. Die Freie Schule ist erst in diesem Jahr in ihr neues Domizil im Fema-Kulturhaus umgezogen. Bis dato waren noch nicht alle Umzugskisten ausgepackt worden. "Jetzt wurde alles eingeräumt und katalogisiert", berichtet Kossack.

Warum die Glasröhrchen mit dem Nervengas überhaupt in der Schule gelagert wurden, ist noch nicht geklärt. Die Freie Schule befand sich bis zu ihrem Umzug in einem Gebäude in Rietschen, das auch schon zu DDR-Zeiten ein Schulhaus war.