. Verfassungsschützer in Brandenburg und Sachsen beobachten zunehmend Bemühungen von Rechtsextremisten, im organisierten Kampfsport Fuß zu fassen. „Sie suchen dort Anerkennung und den schützenden Status von Normalität“, sagt Brandenburgs Verfassungsschutzchefin Winfriede Schreiber. Gleichzeitig erhöhe Kampfsporttraining die Gefahr rechtsextremistischer Gewaltanwendung. Sie bezeichnete die Existenz eines rechtsextremistischen Kampfsportmilieus als „gefährliche Entwicklung“.

Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat ein Kickboxclub am Donnerstagabend einen Funktionär der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen, nachdem dort seine politischen Aktivitäten bekannt wurden. Zwei Cottbuser Kickboxer durften nach Hinweisen auf rechtsradikale Kontakte im Mai 2011 nicht mit auf eine Wettkampfreise mit dem Boxclub Cottbus nach Israel gehen.

Das aus der Spreewaldregion agierende Neonazi-Netzwerk „Spreelichter“ veranstaltet seit 2009 illegale „nationale Kampfsporttage“. 2010 trafen sich dazu in Sachsen über 200 Rechtsex tremisten und 20 Kämpfer aus mehreren Bundesländern.

Der Brandenburger Landessportbund werde Vereine nicht nur in der Kampfsportszene weiter mit Aufklärung und Trainerschulungen im Kampf gegen Rechtsextremismus unterstützen, kündigte Jugendsekretär Robert Bosch an. Satzungen sollen angepasst werden, um Extremisten ohne große Probleme ausschließen zu können.

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