In Deutschland waren die Umgebung von Hamburg, die Region Hannover und Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Die Razzien in Gefängniszellen erfolgten in der Schweiz.

Ziel der rechtsextremistischen Vereinigung sei es gewesen, das "politische System der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen", so die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Es bestehe der Verdacht, dass die Männer zu diesem Zweck terroristische Gewalttaten verüben wollten - offenbar nach dem Vorbild der "Werwolf"-Guerilla der Nazis im Zweiten Weltkrieg. Dabei sollte hinter den feindlichen Linien ein Guerilla-Krieg geführt werden. Konkrete Anschlagspläne gab es nach Wissen der Behörde aber nicht. Mangels dringenden Tatverdachts wurde niemand festgenommen.

Bei den Razzien wurden schriftliche Unterlagen und Computer sichergestellt. Den Razzien waren Monate verdeckter Ermittlungen vorausgegangen. Sie gestalteten sich schwierig, weil die Verdächtigen bereits ein elektronisches Verschlüsselungsprogramm entwickelt hatten, "um konspirativ kommunizieren zu können", so die Bundesanwaltschaft. Nach Informationen von "Spiegel Online" gelten der Behörde zwei Schweizer Rechtsextremisten als Führungsfiguren: Robert S. (54) und der 25-jährige Sebastien N., der im vergangenen Jahr nach 48-stündiger Flucht in Hamburg festgenommen worden war - kurz nachdem er im Mai 2012 in Zürich einen jungen Mann niedergeschossen haben soll. Er wurde später an die Schweizer Justiz ausgeliefert.

Wie "Spiegel Online" weiter berichtet, wurde die Zelle von Sebastien N. und eines weiteren Gesinnungsgenossen durchsucht, ebenso die Wohnung von Robert S.. Die Hauptbeschuldigten werden vor allem durch Zeugenaussagen belastet. Die Bundesanwaltschaft wollte den Bericht nicht bestätigen oder kommentieren. Das Schweizer Bundesamt für Justiz bestätigte, dass die Staatsanwaltschaft Zürich "Hausdurchsuchungen und Einvernahmen" vornehmen ließ.

Zum Thema:
Die historische Organisation "Werwolf" war 1944 von SS-Führer Heinrich Himmler ins Leben gerufen worden. Zahlreiche Morde an "Volksverrätern" gingen auf das Konto der "Werwölfe" und ähnlicher Organisationen. Auch alliierte Soldaten starben durch ihre Hand. Wie viele Aktionen es waren, liegt ebenso im Dunkeln wie die Zahl der damaligen "Werwolf"-Mitglieder.