Damals konnten wir noch schmunzeln beim Tatort aus Niedersachsen. Heute nicht mehr. Wenn Sie noch den WG-Partner der Kommissarin mimen würden, dann würde sie sich vielleicht nicht alle Nase lang in Mörder und Verbrecher verlieben. Dann müsste auch keine unbeholfene Provinzpolizistin so tun, als sei sie überfordert und dabei uns Zuschauer mit ihrer gespielten Dummheit dermaßen nerven, dass wir nicht einmal mehr über die wenigen wirklich lustigen Szenen lachen - "Nehmen Sie das Schwein weg oder ich schieße!" Wie gerne hätten wir so einen Satz von Ihnen gehört. Wir wären vom Sofa gefallen vor Lachen.

Vielleicht würden Sie sich auch hin und wieder um den Sohn der Kommissarin kümmern, der ja so sträflich vernachlässigt wird von der Mutter, die sich lieber völlig übertrieben über einen dummen Spruch eines Kindes aufregt, als die paar wenigen Minuten zu genießen, die sie mit ihrer Familie bei verseuchter Wurst vom Mördermetzger verbringen darf. Vielleicht könnten Sie während der Dreharbeiten dann auch dafür sorgen, dass - wenn schon mal große deutsche Schauspieler wie Heino Ferch mitspielen - die auch Lust haben, sich mal ein paar Minuten mit ihrer Rolle auseinanderzusetzen und nicht ganz so auf Sparflamme spielen. Auf der anderen Seite: Wer kann's ihm verübeln. Viel mehr konnte selbst er aus diesem Drehbuch nicht machen.

Herr Naujoks, wir wollen nicht ständig beim ersten verliebten Blick von Kommissarin Lindholm wissen, wer der Mörder ist, wir brauchen auch nicht unbedingt dieses ewige Drama einer alleinerziehenden Mutter im Sonntagsabendkrimi. Kommen Sie zurück. Bitte.