(dpa/SvD) Mehr 10 000 Kraniche sind bereits auf ihrem Flug aus dem Norden weiter in ihr Winterquartier in Südfrankreich und Spanien im Rhinluch in Brandenburg eingetroffen. „Täglich werden es mehr. Nächste Woche beginnen wir wieder mit der genauen Erfassung“, sagte Kristina Hühn von der Naturschutzstation Rhinluch. Ehrenamtliche Helfer seien dann im Einsatz.

Das Rhin-Havelluch rings um Linum (Ostprignitz-Ruppin) ist einer der größten Kranichrastplätze Europas. Brandenburg ist nach Mecklenburg-Vorpommern das wichtigste Verbreitungsgebiet der größten europäischen Vogelart mit einer Höhe von 1,20 Meter. Zweimal im Jahr stoppen hier die Vögel.

Wie es in diesem Jahr werde, könne sie noch nicht abschätzen, sagte Hühn. Unklar sei, wie sich der heiße und trockene Sommer auf den Bestand ausgewirkt habe. Auf jeden Fall finden die Vögel in Linum beste Bedingungen vor: Rastplätze im Wasser und Futter in den abgeernteten Maisfeldern.

Die Kraniche bleiben ungefähr zwei Wochen, füllen die Reserven auf und tanken Kraft für den Weiterflug auf. „Es ist ein ständiges Kommen und Gehen“, sagte Hühn.

Jahr für Jahr sei der Aufenthalt der Tiere vor allem im Herbst ein beliebtes Ereignis für Naturfreunde, die sie mit dem Fernglas beobachten. „Es ist aber ganz wichtig, die Kraniche nicht zu stören oder aufzuscheuchen“, sagte Hühn. Sie seien sehr sensibel. Im schlimmsten Fall würden sie Brandenburg als Zwischenstation meiden.